Während der Patient schläft: So krass wird im OP gezofft

Atlanta - An jedem Arbeitsplatz gibt es mal Streit - auch in Operationssälen. Vorwiegend geraten dort Menschen gleichen Geschlechts aneinander. Das ist jetzt auch wissenschaftlich belegt.

"Reich mir mal das Skalpell!" Oder gehen sich die Beiden schon verbal an die Gurgel?
"Reich mir mal das Skalpell!" Oder gehen sich die Beiden schon verbal an die Gurgel?  © 123rf.com/profile_kadmy

Außerdem gehen Konflikte im OP meist von Angestellten aus, die in der Hierarchie höher stehen. Am ehesten gebe es Ärger, wenn der behandelnde Chirurg ein Mann und das Operationsteam überwiegend männlich ist, heißt es im Fachmagazin "Proceedings".

Die Forscher um Laura Jones von der Emory University in Atlanta hatten von 2014 bis 2016 das Verhalten während 200 Operationen beobachtet. Dabei hatte ein Großteil aller Gespräche nichts mit der aktuellen OP zu tun, sondern drehten sich um Privates, aktuelle Ereignisse oder Populärkultur.

Streiteren kamen zwar selten vor. Aber wenn, dann ging es auch ans Eingemachte: 98 Prozent aller Konflikte waren niederschwellig. Das heißt, redete jemand, wurde er von einer anderen Person unterbrochen. Oder der Sprecher war kurz angebunden. Das deute auch auf Rivalität hin.

Eine wichtige Rolle spielt auch der Status innerhalb der Hierarchie: Danach beginnen Personen mit höherem Status eher einen Streit.

In zwei Dritteln der Fälle ging der Konflikt vom behandelnden Chirurgen aus. Die Hierarchie lautet den Forschern zufolge: behandelnder Chirurg, Assistenzchirurg, Anästhesist, OP-Schwestern.

Der Anästhesist Christian Hermanns von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin kann die Befunde aus seiner eigenen Erfahrung nicht bestätigen: "Bei einer Operation ist jeder Schritt genau definiert und alle Beteiligten sind sehr diszipliniert." Die Kommunikation sei bei allen freundlich und konstruktiv, "sonst klappt es nicht".

Titelfoto: 123rf.com/profile_kadmy


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