An deutscher Grenze: Problem-Atomreaktor bleibt vorerst aus

Belgien / Aachen - Der belgische Atomreaktor Tihange 3 nahe der deutschen Grenze bleibt mindestens fünf Monate länger als erwartet abgeschaltet.

Das AKW Tihange an der belgisch-deutschen Grenze.
Das AKW Tihange an der belgisch-deutschen Grenze.  © DPA

Nach derzeitigem Stand werde der Reaktor nicht vor dem 2. März wieder hochgefahren, sagte eine Sprecherin des Betreibers Engie Electrabel am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Grund seien Inspektionen und Reparaturen an Gebäuden mit Ersatzsicherheitssystemen. Dort gebe es Probleme mit geschwächten Betonteilen.

Ursprünglich sollte die Abschaltung nur bis Ende September dauern.

Ähnliche Probleme gibt es auch bei anderen belgischen Reaktoren. In den Reaktoren Tihange 2 und Doel 4 ist nach Angaben der belgischen Atomaufsicht ebenfalls maroder Beton entdeckt worden.

Eine Gefahr für Umwelt und Bevölkerung bestehe aber nicht. Die pannenanfälligen belgischen Atomkraftwerke sind für Deutschland immer wieder Grund zur Sorge. Der Standort Tihange liegt bei Lüttich, rund 65 Kilometer südwestlich von Aachen. Die Reaktoren in Doel sind etwa 140 Kilometer von Aachen entfernt.

Belgien hat sieben Atomreaktoren an zwei Standorten, Doel im Norden des Landes und Tihange im Osten nahe der deutschen Grenze. Derzeit sind aber nur die Reaktoren Doel 3 und Tihange 1 in Betrieb.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte in den vergangenen Monaten Belgien zur Abschaltung alter Atomkraftwerke gedrängt, weil sich viele Menschen im Grenzgebiet um Aachen von den Atommeilern bedroht fühlten.

Titelfoto: DPA


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