Nach ICE-Attacke in Frankfurt: CSU-Politiker unterstellt Migranten hohes Gewalt-Risiko

Berlin/Frankfurt am Main - Nach der tödlichen Bahngleis-Attacke eines Eritreers auf einen achtjährigen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf ein erhöhtes Gewalt-Risiko bei eingereisten Migranten hingewiesen.

Die schreckliche Tat am Bahnsteig 7 im Frankfurter Hauptbahnhof hatte große Anteilnahme ausgelöst.
Die schreckliche Tat am Bahnsteig 7 im Frankfurter Hauptbahnhof hatte große Anteilnahme ausgelöst.  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Jetzt kommen unübersehbar Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns, in deren Heimat die Gewaltlosigkeit, wie wir sie pflegen, noch nicht so selbstverständlich ist", sagte der CSU-Politiker der Passauer Neuen Presse (Montag).

"Man muss das ganz deutlich aussprechen: Da kommen Leute zu uns, die sehr viel schneller Konflikte mit Gewalt austragen. Die folglich auch selbst ein deutlich höheres Niveau an Gewalt erlebt haben als wir. Wir haben hier ein erhöhtes Risiko, das zeigen die Kriminalstatistiken ganz eindeutig", sagte Herrmann.

Die Lösung laute: "Konsequenz. Konsequentes Handeln, konsequentes Bestrafen, gegebenenfalls konsequentes Ausweisen."

Herrmann forderte zugleich eine Überarbeitung des Dublin-Abkommens, das besagt, dass derjenige EU-Staat für Migranten zuständig ist, den sie zuerst erreichen.

Mutmaßlicher Täter lebte seit 2006 in der Schweiz

Das Foto zeigt Joachim Herrmann (CSU) im Dezember 2018 bei einer Pressekonferenz.
Das Foto zeigt Joachim Herrmann (CSU) im Dezember 2018 bei einer Pressekonferenz.  © Daniel Karmann/dpa

Das System funktioniere nicht, es hielten sich nicht alle an die Spielregeln. Man könne auch nicht alle Probleme auf die Staaten, die die EU-Außengrenze bilden, abwälzen.

Herrmann betonte, dass er das kontrollfreie Schengen-System nicht abschaffen will. "Aber völlig offene Grenzen innerhalb Europas können wir uns offensichtlich nicht leisten. Insbesondere nicht, solange die EU-Außengrenzen nicht sicher sind. Wir müssen wissen, wer sich bei uns aufhält. Wir brauchen deshalb innerhalb von Europa intelligente Grenzkontrollen, die nicht zu ewigen Staus führen", sagte der Landesminister.

Die Attacke in Frankfurt hatte sich Ende Juli ereignet. Ein 40 Jahre alter Mann aus Eritrea steht dabei im Verdacht, im Hauptbahnhof Frankfurt eine ihm unbekannte Frau und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben.

Die 40 Jahre alte Mutter konnte sich retten, der Junge wurde vom Zug überrollt und getötet.

Später wurde bekannt, dass der mutmaßliche Täter, der zuvor seit 2006 in der Schweiz gelebt hatte, an Verfolgungswahn leidet. Auch in Deutschland soll ein psychiatrisches Gutachten zu dem 40-Jährigen erstellt werden (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa, Daniel Karmann/dpa

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