Aue-Coach Schuster: "Dynamo wurde vom System mehr gefördert"

Aue - Im Erzgebirge liegt ein angespanntes Knistern in der Luft. Am Sonntag soll sich die ganze Anspannung, die sich vor dem Sachsenderby aufgebaut hat, entladen und Dynamo Dresden lahmlegen. Beim FC Erzgebirge gieren sie nach dem Dreier gegen den ewigen Rivalen.

Dirk Schuster bei seiner Heimpremiere als FCE-Coach vor zwei Wochen gegen den VfL Osnabrück. Aue gewann 1:0. Über dieses Ergebnis wäre er morgen nicht böse.
Dirk Schuster bei seiner Heimpremiere als FCE-Coach vor zwei Wochen gegen den VfL Osnabrück. Aue gewann 1:0. Über dieses Ergebnis wäre er morgen nicht böse.  © Frank Kruczynski

"Die räumliche Nähe, die gegeben ist und die sehr lange gemeinsame Vergangenheit, wo man in der DDR-Oberliga immer wieder die Klingen gekreuzt hat, es haarige Duelle gab, machen das Spiel zu etwas Besonderem", weiß Dirk Schuster um die Befindlichkeiten.

Dem gebürtigen Karl-Marx-Städter, der in der DDR groß geworden, zum Fußball-Profi gereift ist, der später in der 1. Bundesliga und der DFB-Nationalmannschaft seine Spuren hinterließ, braucht niemand erklären, dass es noch immer ein "Kampf der Kulturen" ist. "Aus der Vergangenheit ist noch einigen bekannt, dass Dynamo ein Verein war, der vom System etwas mehr gefördert wurde als damals Wismut Aue. Dadurch kam immer auch 'David gegen Goliath' hoch. Das hat sich bis heute erhalten", betont Schuster.

Seit der politischen Wende haben sich die Vorzeichen aber gewandelt. Plötzlich steht das kleine Aue vor der großen SGD, bestreitet am Sonntag sein 450. (!) Zweitligaspiel und liegt damit 170 Partien vor Dynamo. Der direkte Vergleich seit 1990/91 spricht mit 15 Siegen bei acht Niederlagen und zwölf Remis eine deutliche Sprache.

Aktuell agieren beide Teams nahezu auf Augenhöhe. Aue steht bei elf, Dynamo bei neun Zählern. "Es wird sehr intensiv ablaufen. Keiner wird sich eine Blöße geben wollen und wir werden hoffentlich am Ende die Glücklicheren sein", peilt Schuster den Heimdreier an.

Dabei setzt er auf eine akribische Vorbereitung und die Grundtugenden, die den FCE - außer beim 0:4 in Hamburg - ausgezeichnet haben: "Wir haben eine Mannschaft mit sehr viel Herzblut und Mentalität, die einen ordentlichen Fußball spielt, gepaart mit einer guten Arbeit bei gegnerischem Ballbesitz. Jetzt müssen wir eine gewisse mentale Stärke aufbauen, die Dresdner genau analysieren und dies herüberbringen, ob im Video, Flipchart oder auf dem Platz."

Der gebürtige Karl-Marx-Städter Dirk Schuster in Aktion.
Der gebürtige Karl-Marx-Städter Dirk Schuster in Aktion.  © imago sportfotodienst

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