Aue-Trainer über seine Rückkehr: "Köln ist einfach eine andere Welt"

Aue - Einen Reiseleiter braucht FCE-Busfahrer Heiko Martin am Samstag nicht, wenn er mit seinem Gefährt in Köln einrollt.

Im garantiert proppenvollen Kölner Stadion muss der FC Erzgebirge morgen ran - hoffentlich nicht mit weichen Knien...
Im garantiert proppenvollen Kölner Stadion muss der FC Erzgebirge morgen ran - hoffentlich nicht mit weichen Knien...  © Imago

Trainer Daniel Meyer kennt jeden Stein rund um Müngersdorf. Er wird ihn leiten. Zwei Jahre war der 38-Jährige Nachwuchsleiter bei den Geißböcken. Darüber, über die Partie beim Effzeh und über die derzeitigen Probleme hat er sich mit TAG24 unterhalten.

...über seine Zeit beim 1. FC Köln: "Die zwei Jahre waren elementar wichtig für mich, eine sehr prägende Zeit. Ich habe sie sehr genossen und mich auch weiterentwickelt. Wenn du bei einem so großen Verein in der Verantwortung stehst, ist das schon etwas Besonderes. Da ist alles nochmal eine Nummer größer. Der Effzeh ist eine andere Welt."

...über die Atmosphäre im RheinEnergy-Stadion: "Das wird speziell. Es werden 50.000 Fans da sein. Auch das ist nochmal für uns alle eine andere Hausnummer. Damit müssen wir klarkommen, aber die Kulisse kann auch beflügeln."

...über die Tatsache, dass Aues Auftaktgegner Union in Köln 1:1 gespielt hat: "Das macht Mut. Viele haben ja nach dem Berlin-Spiel gesagt, die waren schlecht. Aber vielleicht waren wir ja auch gut. In dieser Liga ist alles machbar, das hat Union in Köln gezeigt. Der Effzeh ist zwar jetzt wieder drei Wochen weiter, aber wir werden auf alle Fälle nicht nach Köln fahren, nur um Schadensbegrenzung zu betreiben. Wir sollten sehen, dass wir unsere defensiven Qualitäten nachweisen und im Umschaltspiel mehr kreieren."

Hilft nur noch beten? FCE-Coach Daniel Meyer weiß, dass Köln ein harter Gegner wird.
Hilft nur noch beten? FCE-Coach Daniel Meyer weiß, dass Köln ein harter Gegner wird.  © picture point/Sven Sonntag

...über den Frust nach dem Pokalspiel gegen Mainz: "Nach drei Minuten hatte sich durch die rote Karte die Spielsituation komplett verändert. Jetzt mussten wir das Spiel machen gegen ein Team, das für 30 Millionen Euro Konterspieler gekauft hat und auch so immer in der Bundesliga spielt. Trotzdem darf das nicht passieren. Die Enttäuschung müssen wir jetzt aus den Kleidern schütteln. Das wird auch gelingen, auch weil wir in Köln unsere klassische Situation wiederfinden werden. Das heißt, Köln wird das Spiel machen."

...über die fehlende Balance zwischen Angriff und Abwehr: "Das ist seit Wochen unser Thema: Wie viel Offensive können wir uns erlauben, ohne die defensive Stabilität zu verlieren. Wir müssen einfach schauen, dass wir hinten weiter so sicher stehen wie in Berlin und gegen Magdeburg. Das ist einfach die Basis. Wir werden nicht die sein, auch wenn sich das viele wünschen, die alles in Grund und Boden rennt und schießt. Eine Mannschaft, die drin bleiben will, muss gut stehen. Trotzdem müssen wir mehr Torgefahr entwickeln. Man darf es ja gar nicht laut sagen, wir hatten gegen Mainz 28 Torschüsse und nicht jeder Gegner hat die Konter-Qualitäten eines Erstligisten. Wir brauchen einfach nur ein Erfolgserlebnis."

...über den rauen Wind, der ihm schon entgegenbläst: "Den habe ich vernommen. Ich weiß nicht, ob sich die Erwartungshaltung irgendwie verändert hat. Aber wir haben den klaren Auftrag bekommen, den Verein in der 2. Liga zu halten. Das Ziel jetzt nach zwei Spieltagen infrage zu stellen, halte ich für ein bisschen schwierig."

Wir müssen gucken, dass es in die richtige Richtung geht. Dass wir die Mannschaften schlagen, die wir schlagen müssen. Da gehört Magdeburg eigentlich dazu. Aber lässt du dich da auskontern und verlierst, ist das Geschrei auch groß. Wir müssen einfach reinkommen."

Titelfoto: imago/Picture Point


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