Nach Klatsche bei Dynamo: Aues Tiffert lässt tief blicken

Das Spiel gegen Dynamo am Sonntag ist laut Christian Tiffert die "Top-3-Niederlage" seiner Laufbahn.
Das Spiel gegen Dynamo am Sonntag ist laut Christian Tiffert die "Top-3-Niederlage" seiner Laufbahn.  © Picture Point

Aue - Die Winter sind kalt im Erzgebirge. Frostige Zeiten sind die Menschen hier zu dieser Jahreszeit gewohnt. Doch beim FC Erzgebirge ist immer alles harmonisch, bei der lila-weißen Familie ist es schön warm. Wirklich immer?

Derzeit anscheinend nicht! Denn Christian Tiffert gab dem MDR ein Interview, das tief blicken lässt. Ist diese Mannschaft noch intakt?

Das 0:4-Desaster bei Dynamo Dresden war der traurige Höhepunkt einer nun schon seit fünf Spieltagen anhaltenden Talfahrt. Nur wenige haben sich gewehrt, viele haben das schwarz-gelbe-Spektakel einfach so über sich ergehen lassen.

Tiffert sprach nach dem Spiel von der "Top-3-Niederlage" seiner langen Laufbahn. Und der Mann wird im Februar 36 Jahre, hat also bei zahlreichen Erfolgen schon viele bittere Pleiten erlebt.

Christian Tiffert (l.), hier im Spiel gegen Arminia Bielefeld im Zweikampf mit Andreas Voglsammler, sprach nach der 0:4-Pleite bei Dynamo Dresden deutliche Worte.
Christian Tiffert (l.), hier im Spiel gegen Arminia Bielefeld im Zweikampf mit Andreas Voglsammler, sprach nach der 0:4-Pleite bei Dynamo Dresden deutliche Worte.  © Picture Point

Saß dieser Satz schon, so legte er Stunden später nach. "Intern müssen wir da ein paar Worte verlieren, das ist gar keine Frage", begann Tiffert und sagte im Anschluss Sätze, die den Fans das Blut in den Adern gefrieren lassen: "Aber es darf nicht so sein, dass sich andere Spieler da oben hinstellen und dann auf andere schimpfen. So waren wir nie und so wollen wir auch nie sein. Ich erkenne da paar Tendenzen, wo es in diese Richtung läuft. Das finde ich nicht in Ordnung."

Harter Toback gegen einen Teil seiner Mitspieler. Jetzt soll man nicht zu viel interpretieren. Aber wenn Tiffert als der große Leader - und als Mann klarer Worte - schon solche Sätze öffentlich bringt, sollten die Alarmglocken schrillen. Und zwar laut!

Das heißt nämlich: Manche sehen sich besser als sie sind, wollen das Wismut-Kämpfer-Gen nicht in sich haben. "Aber, aber ich glaube, dass uns Mut machen sollte, dass wir eine Mannschaft sind, die immer wieder aufgestanden ist", fügte Tiffert an.

Um diesen Satz schon am Freitag gegen den SV Darmstadt in die Tat umzusetzen, bedarf es eines reinigenden Winter-Gewitters. Denn die Mannschaft kann nur bestehen, wenn sie zusammenhält.

Wenn der Spruch der Musketiere zutrifft: "Einer für alle, alle für einen!" Ziehen nur zwei, drei Spieler nicht mit, wird der Winter beim FCE zur Eiszeit.


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