Von wegen lauffaule Keeper: FCE-Männel läuft knapp 6 Kilometer

Hauptjob für Martin Männel ist immer noch Bälle halten. Das klappte in den letzten Wochen gut. Der 29-Jährige ist seit Wochen bester Auer.
Hauptjob für Martin Männel ist immer noch Bälle halten. Das klappte in den letzten Wochen gut. Der 29-Jährige ist seit Wochen bester Auer.  © Frank Kruczynski

Aue - Vor nicht allzu langer Zeit wurde man Torhüter, weil man entweder nicht so gut mit dem Ball am Fuß umgehen konnte oder einfach lauffaul war.

Da hinten in der Kiste war man mittendrin im Mannschaftssport, hatte es aber auch gemütlich. Das ist heute anders - wie das Beispiel Martin Männel zeigt.

Der Kapitän und Keeper des FCE ist in dieser Saison bisher 80,31 Kilometer gelaufen. Das sind 5,76 km pro Spiel - nur drei Torhüter liefen mehr. Zum Vergleich: Aues derzeit laufstärkster Spieler Dominik Wydra kommt auf 139,24 km. Das spiegelt sich auch in den Ballkontakten wider. Männel hatte in jedem Spiel mehr als 60, auf St. Pauli mit 84 sogar die drittmeisten seines Teams.

Aber das moderne Fußballspiel - und damit auch das System von Trainer Hannes Drews - verlangt einen mitspielenden Torhüter. Einfach ausgedrückt: Der Mann mit den Handschuhen ist der Libero von einst. Er eröffnet das Spiel, er gibt die Richtung mit vor.

Auch mit dem Ball am Fuß kann Martin Männel umgehen. Das stellt er in jedem Spiel unter Beweis.
Auch mit dem Ball am Fuß kann Martin Männel umgehen. Das stellt er in jedem Spiel unter Beweis.

Männel kann das. "Er ist ein kompletter Torhüter. Mit ihm kann ich mein System spielen. Wenn die Zuschauer unruhig auf den Tribünen sind, weil Martin auch mal einen Gegenspieler aussteigen lässt, dann bin ich ruhig, weil ich weiß, dass er es kann. Nur gegen Regensburg zu Beginn habe ich mit den Zuschauern gelitten", lacht Drews und fügt noch einen bemerkenswerten Satz an: "Oliver Kahn war sicherlich zu seiner Zeit der weltbeste Torhüter. Aber er hat die Bälle nur rausgeschlagen. Mit ihm würde unser System nicht funktionieren.

Männel lacht ob des Satzes. "Ja, das waren auch andere Zeiten. Die hätte ich auch gern, mal an den Pfosten lehnen, mit den Zuschauern schwatzen und hin und wieder einen Ball halten", witzelt der 29-Jährige. "Nein, mein Spiel war schon immer so, System hin oder her. Ich muss mich ja anbieten, meinen Mitspielern die Lösung aufzeigen, mich anzuspielen, freilaufen, das Spiel eröffnen. Da kommen dann schon paar Kilometer zusammen.“

Das wird am Sonntag gegen Bochum nicht anders sein. Aber da wird es auch wieder auf seinen Hauptjob ankommen: Bälle halten.


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