Haas ist weiter Aue-Keeper und jetzt auch im Trainerteam

Aue - Diese Szene ist unvergessen, passiert vor zwei Jahren im Camp in Feldkirchen (Österreich): Die Torhüter hatten sich am anderen Ende des Platzes einen Kraftkreis aufgebaut. Nach dem Ende der Einheit trug Daniel Haas eine Hantel von Tor zu Tor, ein Weg von knapp 100 Metern. Ein Kraftprotz, der ab sofort nicht nur das FCE-Tor hütet, sondern sich in diesem Bereich auch um die Veilchen kümmern wird.

Das Tier im Mann: Vor zwei Jahren im Camp in Feldkirchen schleppte Daniel Haas eine 80-Kilo-Hantel von Tor zu Tor.
Das Tier im Mann: Vor zwei Jahren im Camp in Feldkirchen schleppte Daniel Haas eine 80-Kilo-Hantel von Tor zu Tor.  © imago images/Sven Sonntag

Die Hantel, die Haas damals von A nach B schleppte, an der versuchten sich nach ihm einige Spieler. Er stand daneben, schaute vergnügt zu, als sich einer nach dem anderen fast einen abbrach. So manch einer bekam das Gewicht keinen Zentimeter über den Boden. "Ich glaube, so um die 80 Kilo", lachte Haas, als er gefragt wurde, was das Ding denn wiegt. 80 Kilo von Tor zu Tor. "Du bist ein Tier", staunte der damalige Neuzugang Dominik Wydra.

Und genau dieses Tier soll sich jetzt um die Kraft- und Fitnesswerte der Profis kümmern - und zeitgleich als Nummer 3 hinter Martin Männel und Robert Jendrusch zur Verfügung stehen.

Das heißt, Haas schiebt Doppelschichten.

Am Dienstag leitete er zum Abschluss der Nachmittagseinheit die Nachbereitung mit Stretchingübungen, am Mittwoch beim Test bei Lok Leipzig (3:1) hielt er in der zweiten Hälfte den Auer Kasten sauber.

Daniel Haas (v.) beim Trainingsauftakt vor knapp zwei Wochen. Er gehört jetzt auch mit zum Trainerteam.
Daniel Haas (v.) beim Trainingsauftakt vor knapp zwei Wochen. Er gehört jetzt auch mit zum Trainerteam.  © Picture Point

"Kein Ding", lacht der 34-Jährige. "Das ist gar kein Problem für mich. Ich muss im Kopf nicht hin- und herswitchen, das passiert von allein. Es ist auch alles gut aufgeteilt", schadet dem Keeper die zweifache Belastung gar nicht.

Aber wie ist es eigentlich dazu gekommen? "Ich habe in der Vorsaison nebenbei meine B-Lizenz und später A-Lizenz als Fitnesstrainer erfolgreich abgeschlossen. Das wurde natürlich auch im Verein registriert. Und da hat mich der Trainer einfach mal angesprochen, ob ich mir das vorstellen kann", erklärt Haas seine sportliche Entwicklung. "Ich bin keine 18 mehr und auch nicht blauäugig. Ich muss auch schauen, was mit mir nach dem Ende meiner Laufbahn passiert. Dass der Wechsel jetzt so nahtlos passiert, ich beide Jobs mit voller Kraft absolvieren kann, ist schon der absolute Wahnsinn, ein Glücksfall", strahlt er.

Im Oktober 2016 kam Daniel nach der schweren Ellenbogenverletzung von Martin Männel ins Erzgebirge. Jetzt bleibt er. Hat sich alles gelohnt? "Natürlich, sonst wäre ich nicht hier."

FCE-Präsident Helge Leonhardt (r.) musste Daniel Haas nicht lange überreden, um die Job im Trainerteam zu übernehmen.
FCE-Präsident Helge Leonhardt (r.) musste Daniel Haas nicht lange überreden, um die Job im Trainerteam zu übernehmen.  © Picture Point
Daniel Haas hütete am Mittwoch im Test bei Lok Leipzig (3:1) in der zweiten Hälfte das Auer Tor und hielt es sauber.
Daniel Haas hütete am Mittwoch im Test bei Lok Leipzig (3:1) in der zweiten Hälfte das Auer Tor und hielt es sauber.  © Picture Point

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