"Di-mi-trij!" Warum Nazarov bei den Aue-Fans einen Stein im Brett hat

Aue - "Di-mi-trij!" Im Spanien-Camp in Novo Sancti Petri ließen die Veilchen-Fans ihren Dimitrij Nazarov hochleben. Gegen Magdeburg (1:1) und Unterhaching (2:3) traf der 29-Jährige und freute sich über die lautstarken Sprechchöre.

Für jeden Spaß zu haben: Dimitrij Nazarov ließ sich im Camp von den Kollegen fangen und ins kalte Nass schmeißen.
Für jeden Spaß zu haben: Dimitrij Nazarov ließ sich im Camp von den Kollegen fangen und ins kalte Nass schmeißen.  ©  FCE/Ronny Grasser

"Ich nehme das wahr und finde es super. Jeder weiß, dass ich versuche, mich in jedem Spiel zu zerreißen. Die Fans finden das prima, ich bin momentan gut drauf - hoffentlich bleibt beides in der Rückrunde."

Sieben Tore und eine Vorlage hat "Dima" zur starken Herbstserie beigesteuert. Wann immer er im Schacht trifft, schallt es: Di-mi-trij! "Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, woher das kommt, wann es zum ersten Mal gerufen wurde", kommt Nazarov ins Grübeln.

TAG24 begab sich in die Spur und wandte sich an jemanden, der es wissen muss: Aues Stadionsprecher Mario Dörfler. Der konnte sich auf Anhieb daran erinnern, wie alles begann. Am 22. April 2017 besorgte Nazarov zuhause gegen Hannover 96 in der vierten Minute der Nachspielzeit das 2:2, legte damit den Grundstein für den späteren Klassenerhalt.

Es sollte nicht der einzige immens wichtige Treffer bleiben! Letztes Jahr bescherte der Zehner gegen Kiel (2:1) und Bochum (3:2) in letzter Minute jeweils den Dreier. Undenkbar, wo der "Kumpelverein" jetzt sonst stünde...

Dimitrij Nazarov (l., gegen Patrick Wolf) überzeugte in den Testspielen und machte dort weiter, wo er im alten Jahr aufgehört hatte.
Dimitrij Nazarov (l., gegen Patrick Wolf) überzeugte in den Testspielen und machte dort weiter, wo er im alten Jahr aufgehört hatte.  © picture point/Sven Sonntag

Spätestens seit damals hat Nazarov bei den Fans einen Stein im Brett. Was ebenfalls gut ankommt, ist die authentische Art. Nazarov sitzt der Schalk im Nacken. Im Spanien-Camp ließ er sich (fast widerstandslos) von Jan Hochscheidt einfangen und unter Mithilfe von Klubboss Helge Leonhardt in den kalten Atlantik schmeißen.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich jeden Spaß mitmache. Ich wurde etwas nass und musste danach heiß duschen - aber alles gut. Das gehört dazu. Wenn wir zwei-, dreimal am Tag trainieren, geht es nicht ohne Spaß. Das schweißt auch zusammen und verhindert den Lagerkoller", nahm es "Dima" mit Humor.

Genau diese Lockerheit mögen sie an ihm. Die und seine extreme Nervenstärke. Mittlerweile punktet Aues "Eisvogel" auch mit Engagement. Seitdem Dirk Schuster im Erzgebirge das Zepter schwingt, kniet sich der aserbaidschanische Nationalspieler im Spiel gegen den Ball voll rein, was die Kritiker seiner aufreizenden Spielweise verstummen lässt.

Man merkt, wie gut ihm der Trainerwechsel weg von Daniel Meyer und hin zu Schuster bekam - und das gilt nicht nur, aber gerade für Nazarov: "Wenn man dieses mit letztem Jahr vergleicht, spürt man schon den Unterschied. In der Hinrunde haben wir das ein oder andere Mal in der letzten Viertelstunde ein Gegentor bekommen. Wir haben analysiert, woran es lag und hart daran gearbeitet, es abzustellen. Jetzt wollen wir am Ende mal das Tor machen, um uns den ein oder anderen Punkt zu sichern. Das hat für viel Arbeit gesorgt, die nicht immer Spaß gemacht hat. Aber wir haben es gemeistert und holen uns jetzt den nötigen Feinschliff ab, um bereit für Wiesbaden zu sein."

Dimitrij Nazarov ist bei den Auer Fans beliebt, was nicht nur an seiner Leistung, sondern auch an seiner lockeren Art liegt.
Dimitrij Nazarov ist bei den Auer Fans beliebt, was nicht nur an seiner Leistung, sondern auch an seiner lockeren Art liegt.  © picture point/Sven Sonntag

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