Schuster muss Hochscheidt ersetzen: Knackt Erzgebirge Aue die Wundertüte St. Pauli?

Aue - Wer ersetzt Freitagabend in Aue gegen den FC St. Pauli den rotgesperrten Jan Hochscheidt? Coach Dirk Schuster brütet über der optimalen Lösung. Es gibt leichtere Aufgaben. Wenn jemand in den letzten Wochen in kritischen Situationen das Zünglein an der Waage war, dann Hochscheidt.

Jan Hochscheidt trifft im Februar per Kopf zum 1:1 gegen St. Pauli. Heute muss der FCE auf den gesperrten Routinier verzichten.
Jan Hochscheidt trifft im Februar per Kopf zum 1:1 gegen St. Pauli. Heute muss der FCE auf den gesperrten Routinier verzichten.  © Picture Point/S. Sonntag

"'Janni' ist zweifellos ein Unterschiedsspieler. Ihn zu ersetzen, ist schwer", weiß Schuster. Seitdem der Fußballlehrer im Erzgebirge an der Seitenlinie steht, kommt Hochscheidt konsequent auf der linken Außenbahn zum Einsatz. "Er geht die tiefen Laufwege und löst viele Situationen mit seinen individuellen Fähigkeiten", schwärmt der Coach.

Gegen Dresden (4:1) und Nürnberg (4:3) holte Hochscheidt jeweils einen Elfmeter heraus, leitete somit die Wende ein. Seine Treffer in Kiel (1:1) und Karlsruhe (1:1) führten jeweils zu einem Zähler. In Karlsruhe sah der 32-Jährige aber noch vor der Halbzeitpause nach übermotiviertem Einsteigen gegen Marco Thiede erst Gelb und nach Intervention des Video-Assistenten glatt Rot. Das brachte Aue letztlich um einen möglichen Sieg. Schuster: "Mich würde interessieren, wie das Spiel bei Gleichzahl ausgeht."

Doch wichtiger ist, wer Hochscheidt ersetzt. An Optionen mangelt es nicht, wie Schuster aufzählt: "Florian Krüger und Tom Baumgart können auf der Position spielen. Auch John Patrick Strauß, Christoph Daferner oder Philipp Zulechner sind denkbar."

Wechselt Schuster zu einem System mit Doppelspitze?

Aue-Coach Dirk Schuster muss Ersatz für den gesperrten Jan Hochscheidt finden.
Aue-Coach Dirk Schuster muss Ersatz für den gesperrten Jan Hochscheidt finden.  © Picture Point/S. Sonntag

Forciert er gegen St. Pauli tiefe Läufe, drängen sich Baumgart und Krüger auf. Schuster: "Sie sind dafür prädestiniert. 'Zuli' hat es gegen Karlsruhe nach seiner Einwechslung auf rechts auch gut gemacht."

Ebenfalls denkbar ist ein Wechsel vom 4-2-3-1 zu einem System mit Doppelspitze. "Grundsätzlich ist nichts in Stein gemeißelt. Wir sind flexibel", betont der 51-Jährige.

Seine Begründung: "Wir besitzen einen taktischen roten Faden, der vorsieht, dass wir defensiv kompakt stehen und aus dem Kollektiv heraus zielgerichtet nach vorn spielen. Offensiv gibt es fließende Übergänge, gerade im Mittelfeld. Wenn bei Ballbesitz die Doppelsechs aufgelöst wird oder die Flügelspieler aufrücken, wird beispielsweise aus dem 4-2-3-1 ein 4-1-4-1 oder ein 4-3-3. Im Spiel gegen den Ball werten wir die Abwehr gegnerabhängig auch mal zur Fünferkette auf, wie in Sandhausen."

Dabei vertraut der Coach u.a. auf Assistenztrainer Marc Hensel. "Er sitzt die ersten Minuten auf der Tribüne und analysiert die taktische Grundordnung des Gegners, damit wir früh reagieren können", berichtet Schuster. Darauf könnte es am Freitag einmal mehr ankommen.

"Sankt Pauli ist eine Wundertüte, weil Jos Luhukay häufig rotiert. Die ,eine' Startelf ist nicht auszumachen", so Schuster.

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