Aue-Coach Dirk Schuster holt die Vergangenheit ein

Aue - Zurück in die Vergangenheit! Aues Coach Dirk Schuster trifft binnen 18 Tagen zum zweiten Mal auf eine alte Liebe. Vor reichlich zwei Wochen war es der SV Darmstadt 98, mit dem ihm als Trainer der Durchmarsch von der 3. Liga bis in die 1. Bundesliga gelang - ein Husarenstück. Am Montag geht es für Aue in den Karlsruher Wildpark, an den Ort, wo er als Spieler Europapokalgeschichte mitschrieb.

Dirk Schuster (r.) spielte in seiner letzten KSC-Spielzeit zusammen mit den späteren Champions-League-Siegern Michael Tarnat (2.v.l.) und Thorsten Fink.
Dirk Schuster (r.) spielte in seiner letzten KSC-Spielzeit zusammen mit den späteren Champions-League-Siegern Michael Tarnat (2.v.l.) und Thorsten Fink.  ©  imago images/Horstmüller

Heute noch spricht man ehrfürchtig vom "Wunder vom Wildpark". Am 2. November 1993 rasierte der Karlsruher SC in der zweiten Runde des UEFA-Pokals den spanischen Spitzenklub FC Valencia nach einem 1:3 im Hinspiel glatt mit 7:0 ab, stürmte später bis ins Halbfinale, wo man gegen Austria Salzburg 0:0 und 1:1 spielte und nur aufgrund der Auswärtstorregel ausschied.

"Fußballerisch ist es die beste Zeit meiner Karriere gewesen. In der Bundesliga haben wir uns aus dem unteren Drittel Jahr für Jahr verbessert, bis in den Europapokal hinein. Dort habe ich auch meine Länderspielkarriere für die Bundesrepublik gestartet", blickt Schuster zurück. Im Sommer 1991 war er von Eintracht Braunschweig ins Badische gewechselt. 1997 ging es weiter zum 1. FC Köln.

"Deswegen wird die Rückkehr entspannter als die nach Darmstadt, weil ich seither beruflicher Art in Karlsruhe nix mehr zu tun hatte", gibt Schuster zu bedenken. Ganz so einfach wollte ihn TAG24 aber nicht davonkommen lassen. Flugs wurde das Stickeralbum zur Saison 1996/97 aus dem persönlichen Fundus geholt.

Schusters alte KSC-Elf war eine "richtig geile Truppe!"

Da werden Erinnerungen wach: Dirk Schuster schmökert mit TAG24-Redakteur Michael Thiele im Bundesliga-Stickeralbum 1996/97.
Da werden Erinnerungen wach: Dirk Schuster schmökert mit TAG24-Redakteur Michael Thiele im Bundesliga-Stickeralbum 1996/97.  © privat

Als Schuster die mittlerweile 22 Jahre alten Klebebildchen sieht, fängt er herzhaft an zu lachen. "Richtig geile Truppe!", platzt es aus dem 51-Jährigen heraus, als er die KSC-Elf durchgeht: "Durch die Bilder wird man sehr gern an eine erfolgreiche Zeit erinnert." Thomas "Icke" Häßler, Michael Tarnat oder "Krokodil" Sean Dundee - bei jedem wusste Schuster sofort zu berichten, was sie heute machen. "Ein paar habe ich jetzt erst getroffen", verrät er.

Anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums riefen die "Badischen Neuesten Nachrichten" ihre Leser im September dazu auf, die "KSC-Jubiläumself" zu wählen. 50 Spieler standen zur Auswahl, darunter Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Häßler, "Euro-Eddy" Edgar Schmitt, Jens Nowotny und eben Schuster.

Der gebürtige Karl-Marx-Städter hinterließ während seines sechsjährigen Engagements in der "Fächerstadt" derart Eindruck, dass er mit den siebtmeisten (!) Stimmen in die erste Elf gewählt wurde. Damit stach er sogar seinen einstigen Coach Winfried Schäfer aus, der als Spieler 67 Bundesliga-Einsätze bestritt, es aber nur auf die Ersatzbank brachte. Als Trainer ist er dagegen unvergessen.

Schuster: "Winnie Schäfer hat es verstanden, immer wieder das Optimale aus der Mannschaft herauszuholen. Er hat wie die Faust aufs Auge gepasst, besaß klare Ansprüche und stellte klare Aufgaben. Diese Erfahrungen nimmt man gerne mit und versucht sie jetzt noch umzusetzen."

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