Aues Kapitän Männel schwärmt von Dirk Schusters "Basics"

Aue - Dirk Schuster blieb beim FC Erzgebirge bisher wenig Zeit, etwas in Gang zu setzen, seine eigene Philosophie einzubringen. Von der Vorstellung als neuer Aue-Coach letzten Montagmittag bis zum Einstand bei Holstein Kiel (1:1) am Sonntag blieben ihm effektiv vier volle Trainingstage. Doch das hat gereicht, um die Veilchen für die knifflige Aufgabe an der Förde einzunorden.

Von Aues Urgestein Martin Männel gibt's für den bisherigen Saisonverlauf (leichten) Beifall.
Von Aues Urgestein Martin Männel gibt's für den bisherigen Saisonverlauf (leichten) Beifall.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

"Dirk Schuster ist enorm akribisch, jemand, der uns brutal motivieren kann", berichtet Aues Urgestein Martin Männel. Was dem Kapitän beim neuen Cheftrainer besonders imponiert, legte er nach der Kiel-Partie dar: "Er spürt, wie wir Fußballer denken und fühlen, weil er das selbst als Spieler erlebt hat. Dadurch ist er fachlich und menschlich eine Bereicherung. Das hat man heute gesehen. Als Truppe sind wir alle füreinander dagewesen. Sobald eine Lücke entstanden ist, hat sich einer reingehauen. Das sind genau die Basics, für die Dirk Schuster steht."

Mit dieser Ansage traf Männel den allgemeinen Tenor. Jeder, der in den angestaubten Katakomben des Holstein-Stadions Rede und Antwort stand, fand nahezu die gleichen Worte.

Worin sie ebenfalls übereinstimmten: Aue hatte in Kiel mehr als nur ein Remis verdient. "Bei mir ist deswegen ein lachendes und weinendes Auge dabei. Im Gegensatz zum letzten Jahr haben wir den Anfangsdruck gar nicht erst aufkommen lassen, weil wir sehr reif aufgetreten sind und clever verteidigt haben. Dazu konnten wir den Gegner häufig ins Abseits stellen. Das war gut, weil wir wussten, dass Kiel immer den tiefen Laufweg geht", resümiert Männel.

FCE-Coach Dirk Schuster wird die Zeit in der Länderspielpause intensiv nutzen.
FCE-Coach Dirk Schuster wird die Zeit in der Länderspielpause intensiv nutzen.  © Picture Point/S. Sonntag

Das Ergebnis: Aue ging durch Jan Hochscheidt (48.) in Führung. Dimitrij Nazarov (53.) hätte per Elfmeter auf 2:0 stellen können, vergab allerdings. Das gab den Kieler Störchen entscheidenden Aufwind, wie Männel befand: "Kiel bekam die zweite Luft, weil der Deckel nicht drauf war. Das Stadion, das bis dahin mucksmäuschenstill war, wurde plötzlich laut und es war neuer Glaube da."

Jae Sung Lee (73.) glich aus und raubte Aue den Sieg. Drei Zähler wären schön gewesen, der eine trübt das Zwischenfazit vor der Länderspielepause aber nicht ein.

"Acht Punkte aus fünf Spielen sind ein guter Start. Wenn wir die Auftritte auseinander nehmen, haben wir zu Beginn zweimal (Fürth, Wiesbaden d. Red.) Glück mit der Ausbeute. In Bielefeld war es nicht gut. Gegen Stuttgart hatten wir eine brutale Mentalität. Unter dem Strich können wir zufrieden sein", so Männel.

Auf die faule Haut wird sich deswegen im Erzgebirge bis zum Heimspiel gegen den VfL Osnabrück aber niemand legen.

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