Klassenerhalt ist für Aue Gold und jeder Tabellenplatz Geld wert

Aue - Zittert sich der FC Erzgebirge erneut erst kurz vorm Ende zum Klassenerhalt oder fällt die Entscheidung früher? Springt vielleicht mal wieder ein einstelliger Rang heraus? Fakt ist: Jeder Tabellenplatz, den der "Kumpelverein" gutmacht, ist Geld wert.

Fußball ohne TV ist nicht mehr vorstell- und finanzierbar. Auch bei den Auern machen die TV-Gelder einen großen Teil des Etats aus. In dieser Saison kassierte der FCE mehr als sieben Millionen Euro.
Fußball ohne TV ist nicht mehr vorstell- und finanzierbar. Auch bei den Auern machen die TV-Gelder einen großen Teil des Etats aus. In dieser Saison kassierte der FCE mehr als sieben Millionen Euro.  © imago images/Frank Kruczynski

Möglich macht's die Verteilung der TV-Gelder durch die DFL. In der Spielzeit 2020/21 schüttet der Liga-Verband ca. 1,49 Milliarden Euro an die 36 Klubs der 1./2. Bundesliga aus. Verteilt werden die im Rahmen eines Vier-Säulen-Modells, das sich zuvorderst auf die Fünfjahreswertung stützt.

Etwa 868 Mio. Euro werden hier verteilt. Aue erhielt vor der laufenden Spielzeit gut 7,2 Mio. Euro, Bayern München kolportierte 50 Mio.

Die Fünfjahreswertung: Je nach Tabellenstand zum Saisonende gibt's Punkte. Der Deutsche Meister erhält 36, der Letzte der 2. Liga einen. Das Ganze wird dann multipliziert - der Wert von vor fünf Jahren mal eins, vor vier Jahren mal zwei usw. - und schließlich addiert. Aue (2015/16 Drittligist!) kommt so auf 54 Zähler, die Bayern auf 540.

Ist Lila-Weiß am Saisonende - wie derzeit - Achter, gäbe es 55 Punkte drauf. Zwei von 2014/15 fallen weg - macht 94, also ein Plus von 40.

Je häufiger Florian Krüger oder Tom Baumgart spielen, desto mehr Geld gibt's

Bitter: Mehr TV-Geld wird's kaum, es sei denn, Dresden (97) oder Sandhausen (98) steigen ab. Dann würde Aue automatisch nach vorn rücken und müsste nur Abstriche hinnehmen, wenn Ingolstadt (185) aufsteigt.

Ein weiterer Parameter ist die "sportliche Nachhaltigkeit", der berücksichtigt, inwiefern ein Klub in den letzten 20 Jahren zur Entwicklung der 1./2. Liga beigetragen hat. Von ca. 62 Mio. Euro bekäme Aue etwa 600.000.

Die Säule "Nachwuchsförderung" belohnt Vereine, die "U23"-Spieler einsetzen. Hier kassierte Aue zuletzt rund 750.000 Euro. Je häufiger ein Florian Krüger oder Tom Baumgart spielen, desto höher die Einnahmen. Spitzenreiter ist aktuell Holstein Kiel, dagegen gingen Bayern München, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt bisher leer aus.

All das heißt für den FCE, den Spagat zu meistern zwischen sportlichem Erfolg und der Förderung junger Spieler, so wie es die Klubführung zu Saisonbeginn einforderte. Letztlich zahlt es sich in barer Münze aus.

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