Dicke Luft in Aue! Bertram hat einen Hals und Meyer kein Verständnis dafür

Aue - Dicke Luft beim FC Erzgebirge! Stürmer Sören Bertram hatte nach dem Abpfiff einen Hals, stürmte lautlos in die Kabine. Er hatte gehofft, gegen seinen HSV von Beginn aufzulaufen, doch er kam erst nach 76 Minuten beim Stand von 1:3. Trainer Daniel Meyer zeigte kein Verständnis für das Verhalten des Spielers.

Sören Bertram hatte sich das Lasogga-Trikot übergezogen, nahm einen Schluck Wasser - und würdigte FCE-Trainer Daniel Meyer keines Blickes...
Sören Bertram hatte sich das Lasogga-Trikot übergezogen, nahm einen Schluck Wasser - und würdigte FCE-Trainer Daniel Meyer keines Blickes...  © Picture Point

Es war nicht das erste Mal, dass Bertram bei einem Heimspiel total frustriert den Heimweg antrat. Gegen den St. Pauli, für den er ebenfalls in seiner Jugend spielte, stand er gar nicht im Kader. Beim HSV jagte er den Großteil seiner Jugendzeit dem Ball hinterher, absolvierte gar zwei Bundesligaspiele für die Rothosen. Er hatte sich auf das Spiel gefreut und dann das!

Nach Abpfiff tauschte er mit Pierre-Michel Lasogga das Trikot, zog es verkehrtherum an und stapfte von dannen.

Sonst steht er, egal, wie die Spiele ausgehen, den Medien immer Rede und Antwort. Diesmal nicht. Er sprintete förmlich durch die Mixed-Zone, schob alle beiseite, knallte die Tür zum Kabinentrakt laut zu - und weg war er.

"Dafür habe ich kein Verständnis. Von mir gibt es keinen weiteren Kommentar dazu. Das kläre ich mit ihm intern", war Meyer zur Pressekonferenz sauer.

HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga drückt den Ball zum 0:1 über die Linie, FCE-Schlussmann Daniel Haas kann nur noch hinterherschauen.
HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga drückt den Ball zum 0:1 über die Linie, FCE-Schlussmann Daniel Haas kann nur noch hinterherschauen.  © Imago

Was der Coach wohl dachte, aber nicht aussprach: Das Team geht vor persönlichem Ego. Das geschah bei Bertram an diesem Nachmittag nicht. Menschlich sicher nachvollziehbar, mannschaftsdienlich war es nicht.

Bertrams Hoffnungen auf einen Startelf-Einsatz waren allerdings berechtigt. Nicht, weil er in den vergangenen Wochen herausstach, sondern weil es keiner der Auer Stürmer tat.

Pascal Testroet spielt immer, bei seinem Nebenmann tauschte Meyer stets. Mal spielte Bertram, mal Emmanuel Iyoha, gegen den HSV Dimitrij Nazarov - empfehlen konnte sich keiner.

Egal, was der Trainer probierte, es brachte nichts. Vorn ist Flaute. "Das stellt mich nicht zufrieden. Es strotzt keiner vor Selbstvertrauen. Das ist auch im Training zu sehen", ärgerte sich Meyer.

In den Spielen setzte sich das fort. In den vier Partien zwischen der 2. und 3. Länderspielpause schoss Aue gerade einmal drei Tore - erzielt von Mittelfeldspielern.

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