Becherwurf an den Kopf: Aues Busfahrer Martin zeigt den Mittelfinger

Aue - Wenn die Sachsen-Fans nach St. Pauli fahren, ist irgendwo Stunk programmiert. Das war bei Dynamo so, das war am Sonnabend bei Aue so. Ungewöhnlich beim FCE, weil sich beide gut verstehen. Doch diesmal artete es aus.

Mit Bier auf dem Rücken und "Nazis-raus-Sprüchen" ließ sich Heiko Martin provozieren und zeigten den Anhängern den Mittelfinger.
Mit Bier auf dem Rücken und "Nazis-raus-Sprüchen" ließ sich Heiko Martin provozieren und zeigten den Anhängern den Mittelfinger.  © Stefan Groenveld

Die Auer warfen kiloweise Toilettenpapier auf den Rasen, die Hamburger literweise Bier. Leidtragender war Aues Busfahrer Heiko Martin.

Der steht als Betreuer mit auf dem Spielformular, darf daher mit auf der Bank sitzen. Und da nahm das Unheil seinen Lauf.

Auslöser war das zurückgepfiffene 2:2 in der Nachspielzeit. Dominik Wydra wurde im FCE-Strafraum von einem Paulianer am Kopf getroffen. Bevor der Ball den Weg ins Netz fand, pfiff Florian Badstübner Freistoß für Aue. Wydra wurde behandelt und musste an der Gegentribüne entlang. Dort flogen dutzende Bierbecher. Der Auer Spieler wurde geduscht.

Ein Becher traf aber den stehenden Heiko Martin am Kopf. "Ich dachte erst, ich bekomme eine Schlag ins Genick. Doch dann war ich voller Bier. Ich habe mich umgedreht und meinem Unmut Luft gemacht", so Martin.

So sah es vor der Auer Bank nach dem Schlusspfiff aus. Zig Bierbecher lagen davor, geworfen von St. Pauli-Anhängern. Einer traf FCE-Busfahrer Heiko Martin am Kopf.
So sah es vor der Auer Bank nach dem Schlusspfiff aus. Zig Bierbecher lagen davor, geworfen von St. Pauli-Anhängern. Einer traf FCE-Busfahrer Heiko Martin am Kopf.  © Stefan Groenveld

Doch damit nicht genug. Auch nach Abpfiff flog das Bier weiter. Und: "Ossis raus, Nazi-Schweine-Rufe, zudem bin ich bespuckt worden", so Martin. Die Gesänge waren nicht nur auf der Gegengerade so, sondern auch im VIP-Bereich über den Presseplätzen.

"Ich habe mich dann provozieren lassen und den Fans den Mittelfinger entgegengestreckt. Das war scheiße", bedauert Martin den Vorfall. "Ich habe zwei Tage nicht geschlafen. Ich habe gute Kumpels unter den Pauli-Fans, mit denen fahre ich oft zu Länderspielen. Aber mit dem Bierbecher am Kopf, der Spucke und den Sprüchen war mir das zu viel. Ich habe mich längst entschuldigt."

Der Hamburger Fotograf Stefan Groenveld hat Fotos von Martins Aktion geknipst und veröffentlicht. "Ich bin erschrocken, als ich mich gesehen habe. Ich habe mit dem Fotografen geschrieben und ihm die Aktion von Anfang an erklärt. Er hat seine Fotos durchgesehen und mir dann geantwortet: ,Du hast Recht'."

Beide waren sich einig: Weder die Becherwürfe noch der Stinkefinger haben beim Fußball was zu suchen.

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