Stille im Aue-Stadion: "Erzbrigade" ruft zum Boykott auf

Beim Spiel gegen Holstein Kiel zeigten die Fans ihre Unterstützung überwiegend still.
Beim Spiel gegen Holstein Kiel zeigten die Fans ihre Unterstützung überwiegend still.  © Picture Point

Aue - Schon kurz vor Spielbeginn beim 0:3 gegen Kiel war zu merken, dieses Mal ist irgendwas anders. Es war ungewöhnlich still auf den Rängen und das sollte so bleiben.

Das war nicht der Orkan, der Pegel, der bedingungslose Support. Die Fangruppierung "Erzbrigade" hatte zum Stimmungsboykott aufgerufen. Auf einem im Stadion verteilten Flugblatt war zu lesen, dass sie bis auf Weiteres ihre Unterstützung verweigern.

Es ist was faul im Staate FCE und das ganz gewaltig. Der Zwist zwischen vereinzelten Fangruppen und dem Vereinsvorstand schwelt schon seit etwas mehr als zwei Jahren, jetzt scheint das Fass übergelaufen. Die Gründe dafür scheinen vielschichtig und würden wohl etliche A4-Seiten füllen.

TAG24 will hier gar nicht den Mediator geben, das wäre auch Wahnsinn. Aber Fakt ist, beide Seiten haben Fehler gemacht und beide Seiten sind der Meinung, der Gegner ist jetzt am Zug.

Während der Partie war es teilweise so leise, dass auf der Pressetribüne streitende Fans auf ihrer Tribüne zu hören waren. Fakt ist auch, die Mannschaft hat das mitbekommen. "Von einem Boykott wusste ich nichts", sagte Kapitän Martin Männel.

"Aber es gab Situationen, in denen ich mich gewundert habe, warum es so ruhig ist. Das habe ich allerdings auf den Spielstand geschoben. Ich glaube aber, dass sich ein großer Teil nicht an dem Boykott beteiligt hat." Und er hofft auch, dass es am Freitag zum nächsten Heimspiel gegen Sandhausen nicht mehr so sein wird: "Wir brauchen unsere Fans."

Nach der Partie wollte TAG24 von Präsident Helge Leonhardt und Geschäftsführer Michael Voigt wissen, wie sie mit dem Boykott umgehen. Beide zeigten sich überrascht, signalisierten aber weitere Gesprächsbereitschaft. Leonhardt: "Ich wurde schriftlich von der ,Erzbrigade' zu einem Fantreffen eingeladen. Ich habe zugesagt, habe aber erst nach der englischen Woche Zeit für sie."

Man kann nur hoffen, das Gespräch endet mit der Aufhebung des Boykotts - schon dem Team zuliebe.


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