Aues Dauerlösung? Das spricht für den Interimscoach Robin Lenk

Interimscoach Robin Lenk (33).
Interimscoach Robin Lenk (33).  © Picture Point/Roger Petzsche

Aue - Beim FC Erzgebirge ist wieder eingekehrt, obwohl ein neuer Trainer gesucht wird. Das hat viel mit Robin Lenk zu tun, denn der Interimscoach hat mit seinem Team in Braunschweig überzeugt.

Doch der 33-Jährige ist kein Fußball-Lehrer, könnte erst in einem Jahr mit dem Lehrgang beginnen. Mit Nachwuchsleiter Carsten Müller oder „U17“-Trainer Rastislav Hodul - beide haben den Schein - an seiner Seite könnte der 33-Jährige dennoch zu einer Dauerlerlösung werden. Pro und Kontra dieser Variante.

  • Pro

Lenk ist seit Jahren im Verein, erst als Spieler, dann als „U23“-Trainer und seit 2014 als Co-Trainer. Er grüßt - überspitzt formuliert - jeden Morgen jeden Stein per Handschlag.Lenk kennt die jetzige Mannschaft aus dem Effeff, ist energisch, hat taktisch viel von Domenico Tedesco gelernt und kommt an:

Rastislav Hodul (links) und Carsten Müller.
Rastislav Hodul (links) und Carsten Müller.

„Er kennt uns, hat dadurch wieder Freude ins Training gebracht“, sagt Dimitrij Nazarov. Der Rückhalt ist also da, auch beim Präsidium. Präsident Helge Leonhardt: „Ich habe die Ansprachen vorm Spiel gehört. Das hat mir gefallen. Spieler wie Cebio Soukou haben mir das bestätigt.“

Als die TAG24 erstmals über eine mögliche interne Lösung mit Hodul schrieb, waren die Kommentare in den Sozialen Netzwerken positiv. Lenk hätte also auch den Rückhalt der Fans, was nicht unwichtig ist.

Und: Die letzte interne Lösung auf dem Chefstuhl verlief positiv. Rico Schmitt kam 2009, stieg ein Jahr später in die 2. Liga auf und wurde Herbstmeister. Da beruhte auch viel auf Stallgeruch.

  • Contra

Robin Lenk ist der Schwiegersohn von Boss Leonhardt. Die Liebe kann man sich raussuchen, die Schwiegereltern nicht. Dafür kann keiner was, das scheint auch wenig schlimm. Trotzdem sehen das einige kritisch.

Aber diese Konstellation wäre in der Tat das größte Problem. Was passiert, wenn es nicht läuft? Wie reagiert Leonhardt dann? Nachgedacht werden muss darüber. Bei Thomas Letsch gab es kein Zurück. Würde der Boss bei Lenk genauso schnell handeln oder an ihm festhalten? Es käme zumindest zu einer Zerreißprobe.

Müller und Hodul wiederum dürften wissen, dass der Posten des Cheftrainers in Aue in den letzten Jahren ein Schleudersitz war - zehn Übungsleiter in zehn Jahren. Hodul war selbst schon betroffen, als er Co-Trainer von Falko Götz war und im September 2014 mit dem gehen musste. Er und Müller würden es sich sicher genau überlegen, ob sie ihre sicheren Posten aufgeben.

Obwohl: Sie sind Angestellte des Vereins. Wenn „Leo“ ein Machtwort spricht ...


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