Aues Bertram wieder da: "Ich wusste, ich komme da durch"

Aue - Ach, diese herrliche Luft in der Kabine. Wer den Sport nicht liebt, der wird sich die Nase zuhalten und flüchten. Wer aber lange verletzt war, der wird genau das genießen und lieben. Wie Aues Sören Bertram zum Beispiel. "Das tat schon verdammt gut, wieder dort drin zu sitzen", lacht er.

Sören Bertram wurde in Kiel sofort von den Auer Physios behandelt. Die Diagnose danach war niederschmetternd: Sehnenabriss im Oberschenkel.
Sören Bertram wurde in Kiel sofort von den Auer Physios behandelt. Die Diagnose danach war niederschmetternd: Sehnenabriss im Oberschenkel.  © Picture Point

Der 26-Jährige zog sich Mitte Februar in Kiel bei einem Sprint einen Sehnenanriss im Oberschenkel zu, fiel zwei Monate aus. In der Reha gab er Vollgas, ebenso in eineinhalb Wochen allein auf dem Trainingsplatz mit Fintesscoach Werner Schoupa.

Nach nur einer Woche im Mannschaftstraining überzeugte Bertram Trainer Hannes Drews, der ihn mit nach Bielefeld nahm. "Die Fahrt, mit den Jungs im Hotel, dann im Stadion in der Kabine, das war schon herrlich. Da hat sich der mühevolle Weg durch die Reha schon gelohnt", freut er sich. "Bis auf das Ergebnis hat alles gepasst." Dass er nicht zum Einsatz kam, konnte er buchstäblich verschmerzen.

Für Bertram war es die zweite schwerere Verletzung in nicht ganz zwei Jahren. Im April 2016 zog er sich noch für Halle spielend einen Kreuzbandriss zu. Diese Verletzung hat ihm jetzt geholfen, "vor allem mental", wie er sagt. "Ich wusste, ich komme da durch, ich muss nur geduldig sein, darf nicht zu viel auf einmal wollen. Ich habe mir die nötige Zeit gegeben und dann aber mit Speed an meinem Comeback gearbeitet."

In Bielefeld hat er sich alles von der Bank aus anschauen dürfen, jetzt will wieder den Geruch das Grases auf dem Platz wahrnehmen. "Ich bin bereit für die letzten vier Spiele. Es war nach Kiel mein großes Ziel, noch einmal in der Saison auf dem Platz zu stehen. Der Trainer weiß, dass ich heiß und bereit bin", schart er mit den Hufen.

Zwar funktioniert das Sturmtrio Ridge Munsy, Dimitrij Nazarov und Pascal Köpke derzeit gut, aber als Alternative sieht er sich schon. Und über ein Tor in den letzten vier Spielen wird er sich sicher noch mehr freuen als über den Duft eines Sportlers, sprich den Geruch in der Kabine.

In Bielefeld kehrte Sören Bertram (l.) in den Kader zurück, saß aber erstmal nur auf der Bank.
In Bielefeld kehrte Sören Bertram (l.) in den Kader zurück, saß aber erstmal nur auf der Bank.  © Picture Point

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