Nach Aue fährt bald kein Zug mehr

Der VMS will den Bahnanschluss kappen, was Aues OB Heinrich Kohl (59, CDU) als „Unfug“ bezeichnet.
Der VMS will den Bahnanschluss kappen, was Aues OB Heinrich Kohl (59, CDU) als „Unfug“ bezeichnet.

Von Torsten Schilling

Aue/chemnitz - Pläne für die Stilllegung der Bahnstrecke von Chemnitz nach Aue stoßen im Erzgebirge auf Widerstand. Der Oberbürgermeister von Aue, Heinrich Kohl (59, CDU), spricht gar von "Unfug". Die Messen seien noch nicht gelesen.

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) will die Zugverbindung nach Aue kappen. Von Chemnitz sollen Bahnen nur noch bis Thalheim fahren. "Das ist rechtswidrig", kritisiert OB Kohl. "In der Regionalplanung ist Aue Teil des Chemnitzer Modells. Außerdem ist es ökologischer Unfug, Bahnverbindungen zu schließen."

Bislang bedient die Erzgebirgsbahn die Strecke Chemnitz-Aue. Der Vertrag läuft 2017 aus.

Aue will ans Bahn-Netz angeschlossen bleiben. Bis Ende 2017 rollt die Erzgebirgsbahn. Was danach kommt, ist offen.
Aue will ans Bahn-Netz angeschlossen bleiben. Bis Ende 2017 rollt die Erzgebirgsbahn. Was danach kommt, ist offen.

Der VMS sucht für die Erzgebirge-Bahnlinien neue Betreiber - aber nicht mehr für den Schienenstrang von Thalheim nach Aue.

Noch verrückter: Der Bahnhof in Aue soll dieses Jahr saniert werden.

Stadt und Erzgebirgsbahn (eine Tochter der Deutschen Bahn AG) wollen ihn für rund zwei Millionen Euro umbauen.

Der VMS erhält Geld vom Land für die Bestellung von Bussen und Bahnen. Das Land wiederum bekommt das Geld vom Bund (Regionalisierungsmittel).

"Ab 2017 müssen die sächsischen Zweckverbände mit sinkenden Regionalisierungsmitteln rechnen", heißt es aus dem VMS.

Das habe notgedrungen Einschränkungen bei den Leistungen zur Folge

Fotos: S.Sonntag, Christof Heyden


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