Aues Fandrich begeistert: "Die Kulisse hat uns brutal getragen"

Aue - Zum letzten Auswärtsspiel in Bielefeld (1:3) rieben sich beim Blick auf das Startaufgebot vom FC Erzgebirge viele verwundert die Augen. Clemens Fandrich, in 2. Bundesliga und DFB-Pokal zuvor dreimal gesetzt, stand erstmals in dieser Spielzeit nicht in der ersten Elf. Prompt hagelte es nach drei Siegen die erste Niederlage. Sie nur an der Personalie Fandrich festzumachen, wäre zu kurz gesprungen, doch "Fannes" Qualitäten im Spiel mit und gegen den Ball wurden in der Doppelsechs schmerzlich vermisst.

Clemens Fandrich (l.) zog den Stuttgarter Stars wie Gonzalo Castro den Zahn.
Clemens Fandrich (l.) zog den Stuttgarter Stars wie Gonzalo Castro den Zahn.  © imago images/Pressefoto Baumann

Unter Interimstrainer Marc Hensel kehrte der 28-Jährige Freitagabend gegen den VfB Stuttgart (0:0) in die erste Elf zurück und gab vor der Fünferkette den wichtigen Staubsauger.

Seine 64 Prozent gewonnenen Zweikämpfe wurden bei Aues Feldspielern einzig von Sören Gonther (67 Prozent) überboten An die 87 Prozent Passquote reichte keiner seiner Teamkollegen heran.

Damit war Fandrich ein wichtiges Puzzleteil beim "Kumpelverein". "Der Plan, den Marc Hensel uns an die Hand gegeben hat, wurde super umgesetzt. Jeder hat für jeden gekämpft", lobte er die komplette Freitagsschicht:

"Das Unentschieden hätten wir sofort unterschrieben. Jeder kann stolz auf unsere Leistung nach einer turbulenten Woche sein, denn diesen einen Punkt gegen Stuttgart musst du erstmal holen."

Interimstrainer Marc Hensel (M.) setzte gegen Stuttgart auf Clemens Fandrich.
Interimstrainer Marc Hensel (M.) setzte gegen Stuttgart auf Clemens Fandrich.  © imago images/Sportfoto Rudel

Recht hat er! Der VfB Stuttgart gilt als Aufstiegsaspirant schlechthin. Mit diesem Selbstverständnis traten die Schwaben in Aue auch an.

Die Bälle liefen geschmeidig durch die eigenen Reihen und sorgten für nahezu 75 Prozent Ballbesitz. Wer das verteidigen muss, wird irre.

"Das machte aber nicht nur uns, sondern auch die irre. Weil wir tief standen, kamen sie kaum in Umschaltmomente", schlug Aue dem VfB laut Fandrich ein schönes Schnippchen.

"Das 5-4-1 war genau die richtige Lösung. Am Ende können wir durch Pascal Testroet sogar noch den Lucky Punch setzen. Aber das wäre wohl zu viel des Guten gewesen."

Damit traf er wohl auch den allgemeinen Tenor im Anhang, der nach der Beurlaubung von Daniel Meyer ohnehin ein feines Gespür für die Gemengelage hatte.

Da gab es keine einzige Unmutsbekundung, sondern Support pur. Der eine Zähler wurde im Erzgebirge wie ein Sieg zelebriert.

"Die Kulisse hat uns brutal getragen. Wenn wir das noch öfter hätten, nicht nur gegen Stuttgart, sondern auch gegen einen kleineren Gegner, dann wären wir noch glücklicher. So etwas hilft uns ein Stück weit", würde sich Fandrich freuen, wenn er zuhause jedes Mal vor 13.000 und mehr Zuschauern spielen könnte.

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