Aues Senkrechtstarter Breitkreuz im Interview

Breitkreuz (li.) im Duell mit Marius Sowislo vom 1. FC Magdeburg.
Breitkreuz (li.) im Duell mit Marius Sowislo vom 1. FC Magdeburg.

Aue - Platz drei nach der Hinrunde mit nur einem Punkt Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz - das hatten vom FC Erzgebirge die wenigsten erwartet.

Aufsteiger der Hinrunde bei den „Veilchen“ ist Verteidiger Steve Breitkreuz (23), der keine Minute verpasste. Er gehört mittlerweile zu den besten Innenverteidigern der Liga. Mit ihm unterhielt sich die MOPO24 nach dem Sieg in Münster.

MOPO24: Glückwunsch zum Sieg im Spitzenspiel. Das sah sehr leichtfüßig aus. Auch in der Abwehr haben Sie sehr wenig zugelassen.

Breitkreuz: „Danke. Es war eine sehr starke Leistung von uns, wir haben konsequent gespielt. Zum Ende hin wurde es noch eng, Münster hat nochmal drei Stürmer eingewechselt. Aber wir haben uns in alles reingeschmissen. Und wenn doch mal was durchkam, haben wir ja immer noch Martin Männel hinten drin.“

MOPO24: Die erste Hälfte war abwartend, in der zweiten haben Sie sich den Gegner förmlich zurechtgelegt. Wo kommt die Kraft her?

Breitkreuz: „Wir sind topfit. Wir können über die volle Distanz gehen. Das haben wir in dieser Saison schon öfters gezeigt. Zudem ist nach den letzten Spielen das Selbstvertrauen da, gegen alle Teams bestehen zu können. Das sieht derzeit wirklich gut aus.“

Breitkreuz kann's auch vorne. Hier sein Tor gegen Wehen Wiesbaden.
Breitkreuz kann's auch vorne. Hier sein Tor gegen Wehen Wiesbaden.

MOPO24: Am Ende hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können...

Breitkreuz: „Das stimmt. Wir hatten noch Bretter, da muss noch einer rein. Aber wir sind wahrscheinlich doch die Minimalisten. Schließlich haben wir mit 15 Toren 31 Punkte geholt. Das ist so schlecht nicht, zumal wir auch erst 13 Gegentore bekommen haben. Und wenn wir einmal führen, dann haben wir unsere Partien auch immer gewonnen.“

MOPO24: Mal eine ketzerische Frage: Das 0:4 in Bremen war die letzte Niederlage bis hier her. Es folgten drei Siege und zwei Unentschieden. Was ist nach Werder passiert?

Breitkreuz: „Niederlagen sind nie gut. Aber diese hat uns aufgerüttelt. Danach sind wir ins Rollen gekommen. Das waren mit Frankfurt im Pokal, Wiesbaden, Chemnitz, Dresden, Fortuna Köln und jetzt Münster auch starke Gegner. Das war keine Laufkundschaft. Ich denke mal, das Frankfurt-Spiel hat uns Luft gegeben.

Wir hatten nach dem 0:4 in Bremen keine Zeit zum Überlegen, haben dann allen Mut gesammelt und die Eintracht geputzt. Das hat uns den Glauben an uns gegeben.

Das Pokalspiel war wie schon in der 1. Runde gegen Fürth der Schlüssel. Danach haben wir auch drei Spiele am Stück gewonnen. Diese Euphorie haben wir wieder mitgenommen. Wir haben uns gefestigt, sind auch nach Rückständen zurückgekommen.“

Breitkreuz jubelt mit Samson über seinen Ausgleichstreffer gegen Dynamo.
Breitkreuz jubelt mit Samson über seinen Ausgleichstreffer gegen Dynamo.

MOPO24: Jetzt sind Sie Dritter. Vor der Brust stehen mit Osnabrück und dem Heimspiel gegen Großaspach zwei direkte Kontrahenten. Was ist noch möglich?

Breitkreuz: „Ich sag es mal so: Wir haben nicht das Ziel wie Dresden zum Beispiel, direkt wieder aufzusteigen. Der Trainer lebt uns vor, dass wir von Spiel zu Spiel denken.

So soll es sein, das ist richtig. Dortmund ist mit dieser Philosophie Meister geworden. Wir denken noch nicht an das Pokalspiel gegen Heidenheim oder an Großaspach.

Wir bereiten uns jetzt intensiv auf Osnabrück vor. Das wird schwer genug. Der Erfolg kommt dann von ganz allein, wenn du deine Spiele gewinnst.“

Fotos: imago (1), Picture Point (2)


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