Auf Kinder schießen? AfD-Storch rutscht mit Maus aus

Auszug aus dem "Spiegel" (06/2016).
Auszug aus dem "Spiegel" (06/2016).

Berlin - Die Äußerungen von AfD-Spitzenvertretern zum Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge hält der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse für ein "Eigentor". "Es schadet der AfD. Jetzt gerät sie massiv in die Defensive".

Und genau aus der Defensive schoss sich Beatrix von Storch (44) erneut ins Aus. Wie im neuen "Spiegel" (6/2016) zu lesen ist, verteidigt sich die umstrittene AfD-Politikerin auf wirklich groteske Art und Weise: "... sie habe Petry nur helfen wollen" und weiter: "... der Post sei ein technischer Fehler gewesen, sie sei nur auf ihrer Computermaus abgerutscht". Sowohl auf Twitter als auch auf Facebook wird nun heftig über Storchs Worte diskutiert (und gelacht).

Worum ging's genau? Beatrix von Storch raegierte auf Facebook auf Frauke Petrys (40) Vorlage: "Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?", wurde sie in dem sozialen Netzwerk gefragt.

Von Storch antwortete knapp mit "Ja", ruderte später aber etwas zurück: "Gegen Kinder ist der Schusswaffeneinsatz richtigerweise nicht zulässig. Frauen sind anders als Kinder verständig."

Beatrix von Storch (44).
Beatrix von Storch (44).

Petry hatte gesagt, Polizisten müssten illegalen Grenzübertritt verhindern, und dabei "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz". Später relativierte die AfD und erklärte, nicht auf Menschen schießen lassen zu wollen, "die friedlich Einlass begehren".

Jesse geht davon aus, dass sich Petry im Interview aufgrund "hartnäckiger Fragen" zu dieser Aussage hat hinreißen lassen. "Das war kein Kalkül", sagte er. "Stichwort Waffen oder Schießbefehl: Ob die Worte so gefallen sind oder nicht - das kommt bei der Bevölkerung gar nicht gut an."

Die Äußerungen der AfD-Vorsitzenden waren auf massive Kritik gestoßen. Vizekanzler Sigmar Gabriel (56, SPD) forderte die Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz. Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter verurteilte die Äußerungen als Gewaltaufruf:

"Die AfD entlarvt sich damit mehr und mehr nicht nur als rechtspopulistisch, sondern als rechtsextreme Kraft, die die Gewalt gegen Flüchtlinge aktiv befeuert."

Fotos: imago, dpa, Spiegel


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