Thüringen will auch im Alleingang Kinder aus überfüllten Flüchtlingslagern aufnehmen

Erfurt - Thüringen will minderjährige Flüchtlinge ohne Angehörige aus überfüllten griechischen Lagern notfalls auch im Alleingang aufnehmen.

Bodo Ramelow sagte zu, dass Thüringen 50 Kinder aufnehmen werde.
Bodo Ramelow sagte zu, dass Thüringen 50 Kinder aufnehmen werde.  © DPA

Die von Thüringen bevorzugte Lösung sei zwar eine Hilfsaktion in der Regie des Bundesinnenministeriums, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Wenn es dazu aber nicht komme, wolle Thüringen selbst helfen. Derzeit liefen Absprachen zwischen dem Bildungs- und Migrationsministerium, hieß es.

Innenminister Georg Maier hatte sich Anfang Dezember zusammen mit seinen Amtskollegen Boris Pistorius aus Niedersachsen und Andreas Geisel aus Berlin (alle SPD) an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gewandt und ihn gebeten, minderjährige Flüchtlinge aus griechischen Lagern zu holen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) twitterte, dass sich Thüringen mit einem Kontingent von 50 Kindern und Jugendlichen beteiligen wolle.

In den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis gerät die Lage zunehmend außer Kontrolle, die Zustände sind nach Berichten humanitärer Organisationen dramatisch.

Titelfoto: DPA

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