Augenzeugen berichten: Straßenbahn-Kontrolleure gehen in Dresden auf Ausländer los!

Dresden - Fahrkartenkontrolleure sollen am Donnerstagabend einen Mann in einer Dresdner Straßenbahn fremdenfeindlich beleidigt haben.

Sind den Kontrolleuren die Nerven durchgegangen?
Sind den Kontrolleuren die Nerven durchgegangen?  © Eric Münch (Symbolbild)

Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen ereignete sich der Vorfall gegen 21.30 Uhr in der Straßenbahnlinie 6.

Demnach hätten drei Kontrolleure (zwei Männer und eine Frau unterwegs im Auftrag der Dresdner Verkehrsbetriebe) einen Mann beim Schwarzfahrern erwischt. Alles in Höhe der Haltestelle Postplatz.

In der Folge verlangten die Kontrolleure nach den Personalien des ausländisch aussehenden Mannes. Dieser antwortete in gebrochenem Deutsch und kam den Anweisungen nach.

Mehrere Passagiere beobachteten die Situation.

Während die Bahn weiter Richtung Haltestelle Kongresszentrum fuhr, eskalierte die Situation, berichten Zeugen: "Die beiden Kontrolleure schrien den Mann an und mindestens einer beschimpften ihn mit ausländerfeindlichen Parolen. Und das ohne Grund", berichtet eine Beobachterin im Gespräch mit TAG24.

Demnach kam es zu rassistischen Aussagen wie "Verpiss' dich wieder in dein Land" oder "Geh' arbeiten, um dir ein Flugticket in dein Land zu kaufen".

Am Kongresszentrum angekommen, verließ der ausländische Fahrgast die Straßenbahn, die in Richtung Niedersedlitz unterwegs war. Die Fahrkarten-Kontrolleure, die zuvor seine Daten aufgenommen hatten, fuhren mit der Bahn weiter.

Augenzeugin wendet sich mit Schreiben an Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB)

Noch am selben Tag schrieb eine Augenzeugin an die Geschäftsleitung der DVB. In dem Brief, der TAG24 vorliegt, heißt es (Rechtschreibfehler übernommen):

"So, DVB, Schwarzfahren ist nicht akzeptabel. Aber es ist absolut inakzeptabel, dass ein ausländischer Schwarzfahrer von Ihren Kontrolleuren aggressiv angegangen wird und rassistische Aussagen getroffen werden wie 'Verpiss dich wieder in dein Land" und 'geh arbeiten, um dir ein Flugticket in dein Land zu kaufen'.

Ebenso ist es moralisch nicht vertretbar, dass der Person, nach Aufnahme der Personalien, noch gedroht wird. Politische Meinungen haben in diesem Rahmen keinen Platz. Die verbale Inkontinenz, die Ihr Kontrolleur dort an den Tag gelegt hat, zeugt einfach nur von charakterlicher Schwäche. Solche Kontrolleure sollten nicht auf die Allgemeinbevölkerung los gelassen werden."

Nur einen Tag später, also am Freitag (19. Juli), antwortete eine Sachgebietsleiterin der DVB. Demnach waren die Kontrolleure "nur" im Auftrag der DVB unterwegs.

Die Sachgebietsleiterin: "Wir forderten die Geschäftsleitung des in unserem Auftrag tätigen Subunternehmens auf, eine konsequente Auswertung mit dem betreffenden Mitarbeiter durchzuführen... Das wenig kundenorientierte Verhalten des Mitarbeiters bedauern wir sehr und bitte Sie dafür um Entschuldigung."

Des Weiteren wurde in der E-Mail betont, dass der Schwarzfahrer "mit Nachdruck belehrt wurde."

Titelfoto: Eric Münch (Symbolbild)

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