Feuerwehrmann bei Streit getötet: Polizei nimmt sechs Tatverdächtige fest

Augsburg - Es ist eine Tat, die für Fassungslosigkeit, Wut und Trauer sorgt: Im Fall des Aufsehen erregenden Tötungsdelikts von Augsburg hat es nun zwei Festnahmen gegeben.

Die zuständigen Beamten waren vor Ort mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Die zuständigen Beamten waren vor Ort mit einem Großaufgebot im Einsatz.  © Stefan Puchner/dpa

Der mutmaßliche Haupttäter sei ermittelt und festgenommen worden, teilte das bayerische Innenministerium am Sonntagnachmittag mit. Ausschlaggebend für den schnellen Fahndungserfolg war offenbar das Bild- und Videomaterial, das den Beamten vorlag.

Außerdem sei ein Mittäter von der Polizei festgenommen worden, hieß es ergänzend.

Beim mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich nach Angaben des zuständigen Innenministeriums um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten.

Der zweite Festgenommene ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine südeuropäische Staatsbürgerschaft.

Die Ermittlungen zu den weiteren Gruppenmitgliedern laufen weiter.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (63, CSU) lobte den Ermittlungserfolg der Augsburger Kripo: "Der schreckliche Angriff hat viele Menschen in Augsburg und weit darüber hinaus erschüttert. Umso wichtiger war der schnelle Fahndungserfolg der Augsburger Kriminalpolizei."

Das 49-jährige Opfer, ein Berufsfeuerwehrmann aus Augsburg, war zusammen mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt unterwegs, als sie auf die Gruppe stießen. Aus noch ungeklärten Gründen kam es zum Streit.

Ein Mensch ist tot: Was hat sich in Augsburg abgespielt?

Mehr als 100 Feuerwehrleute haben nach der Tat ihres Kollegens gedacht. (Archiv)
Mehr als 100 Feuerwehrleute haben nach der Tat ihres Kollegens gedacht. (Archiv)  © Stefan Puchner/dpa

Zum Tathergang ist bisher nur bekannt, dass einer der jungen Männer aus der Gruppe dem Opfer gegen den Kopf schlug.

Der 49-Jährige stürzte und blieb am Boden liegen. Auch der 50-jährige Begleiter wurde geschlagen und im Gesicht verletzt, die Frauen wurden dagegen nicht angegangen. Notärzte versuchten noch, den 49-Jährigen wiederzubeleben - jedoch ohne Erfolg: Der Mann starb noch im Rettungswagen.

Die Polizei hatte bei ihren Ermittlungs- und Fahndungsarbeiten darauf verzichtet, mit einer Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit zu gehen - "aus ermittlungstaktischen Gründen", wie es hieß.

Die Ermittler verzichteten darauf, mit sichergestelltem Bild- sowie auch dem Videomaterial an die Öffentlichkeit zu gehen.

Nach der tödlichen Attacke herrschte in der Stadt Trauer und Entsetzen. Etwa 100 bis 150 Feuerwehrleute gedachten am Sonntag ihres getöteten Kollegen. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr fanden sich am Tatort, dem zentralen Königsplatz, zu einem stillen Gedenken ein. Kerzen wurden entzündet und zahlreiche Blumen niedergelegt.

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (55, CSU) zeigte sich bestürzt über die Tat. Die Stadt sei Schauplatz einer folgenschweren Gewalttat geworden, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

UPDATE, 17.50 Uhr: Die Polizei will am Montag weitere Ermittlungsergebnisse bekanntgeben. Eine Pressekonferenz wurde um 14.30 Uhr angesetzt.

Vier weitere Tatverdächtige festgenommen!

UPDATE, 18.45 Uhr: Nach dem tödlichen Angriff von jungen Männern auf einen Passanten in Augsburg hat die Polizei weitere vier Verdächtige festgenommen. Damit haben die Ermittler inzwischen sechs Personen gefasst, die mit dem gewaltsamen Tod eines Feuerwehrmannes in Verbindung stehen sollen, wie die Polizei berichtete.

Unter anderem hatten Videoaufnahmen zu den Verdächtigen geführt. Nach dem Verbrechen in der Innenstadt sollen laut Zeugen insgesamt sieben junge Männer vom Tatort geflohen sein.

UPDATE, 20 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betont die Bedeutung der Videoüberwachung bei den Festnahmen. "Die Bilder haben die Arbeit der Polizei deutlich erleichtert", sagte der CSU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine". Die Polizei hat bis Sonntagabend sechs Verdächtige festgenommen, die mit dem gewaltsamen Tod eines Feuerwehrmannes in Verbindung stehen sollen. Unter anderem hatten Kamerabilder zu ihnen geführt.

Die Videoüberwachung am Königsplatz, dem zentralen Bus- und Tram-Knotenpunkt der Stadt, war im Zuge eines Landesprogramms erst im Dezember 2018 ausgeweitet worden, wie die Zeitung berichtete. Seitdem überwache die Polizei mit 15 Kameras das Areal. Dort war der Tatort.

"Wir haben das immer gefordert, und solche Fälle zeigen, dass sich die Forderung als richtig erwiesen hat", sagte Herrmann der "Augsburger Allgemeinen". Man wisse auch, dass es für Augenzeugen einer Straftat schwierig sei, Täter genau zu beschreiben, weshalb Videoaufnahmen für die Ermittlungen wichtig seien. Allerdings sei es richtig, den Einsatz auf bestimmte Punkte zu beschränken: "Wir wollen keine totale Überwachung, das gibt es nur in autoritären Staaten", sagte Herrmann.

Entscheidender sei es, bei der Frage anzusetzen, warum es zu solchen Gewaltexzessen im öffentlichen Raum komme.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Bedeutung der Videoüberwachung bei den Festnahmen betont.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Bedeutung der Videoüberwachung bei den Festnahmen betont.  © Peter Kneffel/dpa
Es ist eine Tat, die für Fassungslosigkeit, Wut und Trauer sorgt.
Es ist eine Tat, die für Fassungslosigkeit, Wut und Trauer sorgt.  © Stefan Puchner/dpa

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