Tödlicher Schlag in Augsburg: Dashcam-Video soll Verdächtige entlasten

Augsburg - Nach der tödlichen Gewalttat in Augsburg, bei der ein 49 Jahre alter Feuerwehrmann starb, soll ein privates Dashcam-Video aufgetaucht sein. Zwei Verteidiger der Tatverdächtigen sollen die Aufnahmen gesehen haben und behaupten, dass es die Tatvorwürfe in Zweifel ziehen würde.

Am Königsplatz trauern Feuerwehrmänner um den verstorbenen Kameraden.
Am Königsplatz trauern Feuerwehrmänner um den verstorbenen Kameraden.  © Stefan Puchner/dpa

Das Video soll von der Dashcam eines Taxis stammen. Es soll den tödlichen Schlag und einige Sekunden davor zeigen.

Anwalt Werner Ruisinger, der einen der Tatverdächtigen verteidigt, sagte gegenüber dem BR, dass er das Video gesehen habe. Es soll etwa 15 Sekunden lang und von schlechter Qualität sein.

Die Aufnahmen zeigen laut Ruisinger eine Gruppe am Augsburger Königsplatz herumstehen. Dann komme ein Mann auf die Gruppe zu und es gebe ein Handgemenge. Der Mann weiche zurück - dann falle von der Seite ein Schlag.

Laut Polizei soll der 49-Jährige vor dem tödlichen Schlag von den jungen Männern umzingelt worden sein. Das Video der Dashcam zeige dies laut Ruisinger nicht.

Ruisinger verteidigt einen 19-jährigen Verdächtigen, dem Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen wird.

Dieser Tatvorwurf ist laut dem Anwalt jedoch nicht haltbar, da dafür ein Tatbeitrag jedes Einzelnen zu erkennen sein müsse.

Gewalttat in Augsburg: Video soll andere Geschichte erzählen

Am Königsplatz sind an einem Mast Videoüberwachungskamneras angebracht. Eine diese Kameras soll ebenfalls die Tat gefilmt haben.
Am Königsplatz sind an einem Mast Videoüberwachungskamneras angebracht. Eine diese Kameras soll ebenfalls die Tat gefilmt haben.  © Stefan Puchner/dpa

Auch Klaus Rödl, ebenfalls Anwalt eines Tatverdächtigen, will das Video gesehen haben und äußerte sich ähnlich. "Es gab offenbar eine wechselseitige Schubserei", so Rödl laut Bayerischer Rundfunk. Nicht alle sollen um den Mann herumgestanden sein.

Auch wenn diese schreckliche Tat nicht zu rechtfertigen ist, sei es wichtig, von wem die Aggression ausging.

Die Videos der polizeilichen Überwachungskameras am Augsburger Königsplatz haben die beiden Anwälte laut eigenen Angaben noch nicht gesehen. Akteneinsicht sei beantragt.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich auf BR-Anfrage bislang nicht zu den Behauptungen der Anwälte äußern.

Bei dem 17 Jahre alte Hauptverdächtigen, der dem Augsburger Feuerwehrmann den tödlichen Schlag versetzt haben soll, handelt es sich um einen Deutschen, der auch die türkische und die libanesische Staatsbürgerschaft besitzt. Der andere 17-Jährige ist ein gebürtiger Augsburger mit italienischer Staatsbürgerschaft.

Einige der Verdächtigen seien mit mehreren Delikten aufgefallen, zwei der Männer auch mit Körperverletzung, sagte der Augsburger Kripo-Chef Georg Zintl.

Update 16.30 Uhr: Staatsanwaltschaft ist Dashcam-Video bekannt

Bei den Ermittlungen nach der tödlichen Attacke auf einen 49-Jährigen in Augsburg hat die Kripo auch das Dashcam-Video ausgewertet.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch, dass das Dashcam-Video bekannt und in die Ermittlungen eingeflossen sei.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa


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