Mann in Augsburg totgeschlagen: Alle Verdächtigen wieder in Haft!

Augsburg - Im Fall des getöteten 49-Jährigen in Augsburg ist die Entscheidung des zuständigen Landgerichts über die Haftentlassung von sechs Tatverdächtigen laut Polizei aufgehoben worden.

"Einer von uns - RIP Kamerad" ist am Königsplatz zwischen Grablichtern zu lesen. Ein Mann ist am 6.12.2019 nach einem Schlag so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb.
"Einer von uns - RIP Kamerad" ist am Königsplatz zwischen Grablichtern zu lesen. Ein Mann ist am 6.12.2019 nach einem Schlag so schwer verletzt worden, dass er noch vor Ort starb.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Sprecher der Polizei in Augsburg sagte auf Nachfrage am Freitagabend, dass das Oberlandesgericht in München diese Entscheidung getroffen habe. Weitere Details nannte er zunächst nicht. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, darunter der Bayerische Rundfunk. Das OLG war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Verteidiger eines der sechs Verdächtigen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend, dass sein Mandant am Freitag wieder festgenommen worden sei. Er werde vermutlich am Samstag einem Haftrichter vorgeführt, sagte der Anwalt.

Die sechs Tatverdächtigen waren am Nikolaustag auf dem Augsburger Königsplatz in einen Streit mit dem 49-Jährigen involviert gewesen, in dessen Verlauf ein siebter aus der Gruppe das Opfer mit einem einzigen Schlag getötet haben soll (TAG24 berichtete).

Der 17-Jährige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft hat, sitzt weiterhin wegen Totschlags in U-Haft. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, auch weil das Opfer bei der Berufsfeuerwehr gewesen war.

Gewalttat am Königsplatz in Augsburg: Gericht hebt Haftentlassung auf

Die sechs Verdächtigen waren wenige Tage nach der Tat am 6. Dezember wegen Beihilfe zum Totschlag in Untersuchungshaft gekommen - vor Weihnachten wurden sie dann entlassen. Die Jugendkammer sah für sie keinen dringenden Tatverdacht, hatte das Landgericht Augsburg am Montag mitgeteilt.

Die Verteidiger der sechs Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen hatten zuvor Haftbeschwerde eingelegt.

Update 9.45 Uhr: Entscheidung über U-Haft laut Anwälten am Samstag

Die Verteidiger im Fall des getöteten 49-Jährigen in Augsburg erwarten im Laufe des Samstags eine Entscheidung über eine erneute Untersuchungshaft für ihre Mandanten.

Bislang kennen sie die Begründung des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) noch nicht, das die vom Landgericht Augsburg angeordnete Haftentlassung von sechs Tatverdächtigen revidiert hatte, wie drei der Anwälte der Deutschen Presse-Agentur sagten. Weder das OLG noch die Staatsanwaltschaft waren zunächst zu erreichen.

Update 12 Uhr: Verdunklungsgefahr als Haftgrund

Im Fall des Augsburger Tötungsdelikts sieht das Oberlandesgericht (OLG) München bei sechs Verdächtigen laut einem Verteidiger Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Daher habe das Gericht die ursprünglichen Haftbefehle wegen Beihilfe zum Totschlag wieder in Kraft gesetzt, sagte Anwalt Michael Menzel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das OLG wolle wissen, wie eng der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen und jungen Männern gewesen sei und ob es doch eine Gruppendynamik gegeben habe.

Dafür wolle das Gericht die weiteren Ermittlungen zu dem gewaltsamen Tod eines 49-Jährigen am Nikolaustag auf dem Königsplatz abwarten.

Das OLG hatte die Haftentlassung des Landgerichts Augsburg revidiert. Das Gericht war am Samstag zunächst nicht zu erreichen.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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