Mann vergeht sich an Mädchen (9) auf Schultoilette: Schuldunfähig!

Augsburg - Nach dem sexuellen Missbrauch eines neunjährigen Mädchens in einer Augsburger Grundschule hat das Gericht den Angeklagten für schuldunfähig erklärt.

Die Wittelsbacher Schule in Augsburg: Hier ereignete sich der schreckliche Vorfall.
Die Wittelsbacher Schule in Augsburg: Hier ereignete sich der schreckliche Vorfall.  © DPA

Der Mann solle in eine psychiatrische Klinik verlegt werden, entschied das Landgericht Augsburg am Dienstag.

Gutachter müssen nun in regelmäßigen Abständen prüfen, ob der Mann weiter gefährlich ist oder freikommen kann. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der 21-Jährige war wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Nach Polizeiermittlungen hatte er sich am 23. Oktober 2018 auf der Mädchentoilette der Schule an dem Kind vergangen (TAG24 berichtete).

Als das Mädchen um Hilfe schrie, holte eine Mitschülerin einen Lehrer. Der Pädagoge hielt den jungen Mann fest, bis die Polizeistreifen eintrafen. Zum Tatzeitpunkt stand der 21-jährige Pole der Anklage zufolge unter Drogeneinfluss.

Er gab an, Stimmen gehört zu haben, die ihn zum Übergriff getrieben hätten.

Missbrauch in Grundschule löste Debatte aus

Der Eingang der Wittelsbacher Schule: Die schreckliche Tat löste eine Debatte um die Sicherheit an Schulen aus.
Der Eingang der Wittelsbacher Schule: Die schreckliche Tat löste eine Debatte um die Sicherheit an Schulen aus.  © DPA

Der sexuelle Übergriff löste damals eine Debatte über die Sicherheit von Schulen aus.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte Maßnahmen für mehr Sicherheit an Schulen. Vor allem das mangelnde Aufsichtspersonal kritisierte er.

Meidinger schlug vor, Schulgebäude nach Unterrichtsbeginn abzuriegeln, um zu verhindern, dass Fremde hineingelangen.

Augsburgs Bildungsreferent Hermann Köhler sagte, dass man es nicht immer verhindern könne, dass Fremde im laufenden Betrieb in ein Schulgebäude gelangen.

"Ich weiß, dass die Sehnsucht danach da ist, aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht", so der CSU-Politiker.

Titelfoto: DPA

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