Nach sexuellem Übergriff auf Kind (9) in Schultoilette: Elternverband warnt vor Panikmache

Augsburg - Nach dem sexuellen Übergriff auf eine Neunjährige in einer Augsburger Schultoilette warnt der Bayerische Elternverband (BEV) vor Panik und auch davor, die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen weiter zu verschärfen.

Der 21-Jährige lockte das kleine Mädchen auf die Schultoilette und missbrauchte es dort. (Symbolbild)
Der 21-Jährige lockte das kleine Mädchen auf die Schultoilette und missbrauchte es dort. (Symbolbild)  © DPA

"Jede Schule in Bayern hat bereits ein auf sie zugeschnittenes Sicherheitskonzept", erklärte der BEV-Landesvorsitzende Martin Löwe am Freitag. "Dass an Schulen insgesamt nur wenig passiert, ist auch dem zu verdanken."

Auch die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen könnten nicht alles verhindern.

Am Donnerstag hatte dagegen der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, mehr Sicherheitsmaßnahmen für Bayerns Schulen gefordert. Ihm zufolge könnten Videoüberwachung oder automatische Schließanlagen in Schulgebäuden die Sicherheit erhöhen.

Für den Bayerischen Elternverband ist die beste Prävention vor Gewalttaten, die Kinder zu stärken, ihre Beobachtung zu schärfen und mit ihnen die richtigen Reaktionen auf gewaltsame Übergriffe einzuüben. Im vorliegenden Fall müsse hinterfragt werden, warum das Mädchen einem ihm unbekannten Mann so viel Vertrauen entgegenbrachte, dass es mit ihm zusammen die Toilette betreten habe, und was Schule und Kinder daraus zu lernen hätten.

Am Dienstag hatte sich laut Polizeiangaben ein 21-Jähriger in eine Grundschule in Augsburg geschlichen. Auf der Schultoilette habe er eine Neunjährige missbraucht. Eine Mitschülerin hatte die Hilferufe der Neunjährigen gehört und einen Lehrer verständigt. Dieser hielt den Mann fest, bis die Polizei eintraf. Gegen den 21-Jährigen ist am Mittwoch Haftbefehl erlassen worden.

Titelfoto: DPA


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