Frau aus kurzer Distanz erschossen: Ist Georgios S. schuldig?

Die Mutter von Tanja S., Renate G., sagte am zweiten Prozesstag aus.
Die Mutter von Tanja S., Renate G., sagte am zweiten Prozesstag aus.

Bielefeld/Bad Oeynhausen - Schrot durchsiebte den Körper von Tanja S. (41), als ihr Mann sie im September 2016 erschossen haben soll. Dafür steht der Unternehmer Georgios S. (53) aus Bad Oeynhausen vor dem Bielefelder Landgericht.

Laut Anklage soll er seiner getrennt lebenden Frau vor ihrem Haus in Bielefeld-Senne aufgelauert haben, um sie anschließend zu erschießen, als sie in ihr Auto stieg.

"Ich habe Schüsse gehört und bin dann rausgelaufen", sagte Renate G. (73), die Mutter des Opfers, laut Neue Westfälische vor Gericht aus. Tanja wohnte mit ihren Kindern (elf und zwölf Jahre) im Haus ihrer Mutter.

Der Angeklagte zog nach der Trennung nach Bad Oeynhausen. "Gegen 7.45 Uhr war ich mit der Wäsche beschäftigt", berichtete Renate G., "Tanja wollte zur Arbeit fahren und verabschiedete sich." Dann fielen die Schüsse.

Draußen machte die 73-Jährige dann die schreckliche Entdeckung: "Ihr Auto stand an einem Baum, die Scheibe war kaputt. Ich habe Tanja angefasst und geschrien und geweint. Dann bin ich ins Haus gelaufen und habe die Polizei angerufen."

Seine Anwälte stehen dem Tatverdächtigen zur Seite. Der Prozess findet im Landgericht Bielefeld statt.
Seine Anwälte stehen dem Tatverdächtigen zur Seite. Der Prozess findet im Landgericht Bielefeld statt.

Aus kurzer Distanz sollen die Schüsse laut Sachverständigem gefallen sein. Zweimal muss der Schütze abgezogen haben. Als dringend tatverdächtig galt nur wenig später der Ex-Mann von Tanja S..

Die Beziehung der beiden soll laut Aussage ihrer Mutter ein "ständiges Auf und Ab" gewesen sein. Sie habe immer Angst um ihre Tochter gehabt. 2009 soll Georgios S. seine damalige Ehefrau schon einmal mit einer Waffe bedroht haben.

"Er sagte damals zu mir, sollte ich die Polizei rufen, bekäme ich meine Tochter als Gulasch wieder." Auch Holger Sch., ein weiterer Zeuge und Lebensgefährte von Tanja S., bestätigt, dass nicht nur Renate G., sondern auch das Opfer selbst Angst vor dem Angeklagten hatte.

Am Tattag telefonierte Sch. gegen 7 Uhr noch mit seiner Partnerin. "Gegen 9 Uhr habe ich vom Firmengelände aus einen Streifenwagen und einen bewaffneten Polizisten bei mir vor der Tür erkennen können und bin hingegangen."

Die Beamten konnten ihm nur noch die grausame Mitteilung machen: "Bleiben Sie jetzt ganz ruhig. Ihre Frau ist erschossen worden."

Am 21. März wird der Prozess fortgesetzt.


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