Aus Liebe zu meinem Hund bin ich obdachlos

Karin Berger lebt im Auto - weil es keinen Platz für sie mit Hund gibt.
Karin Berger lebt im Auto - weil es keinen Platz für sie mit Hund gibt.

Dresden - Wer Karin Berger mit Hund "Salavador" auf der Straße sieht, der denkt, die beiden gehen Gassi.

Doch die Dresdnerin führt den altdeutschen Schäferhund nicht aus. Die 57-Jährige lebt auf der Straße und schläft im Ford Fiesta - ihrem "Salavador" zuliebe.

„Ich wasche mich am Brunnen und schlafe im Auto“, bestätigt Karin Berger weinend.

In den letzten Jahren musste sie zwei Schicksalsschläge hinnehmen: Erst starb ihre Mutter, dann unerwartet ihr Partner.

Sie verlor die Lebenslust, igelte sich ein, öffnete keine Post mehr. Ein fataler Fehler - im September setzte der Vermieter die Zwangsräumung ihrer Löbtauer Wohnung durch.

„Ich lebe von Arbeitslosenhilfe und habe einen Wohnberechtigungsschein. Für mich und meinen Hund finde ich trotzdem keine Wohnung“, klagt sie.

Ihren Hund würde Karin niemals aufgeben, jetzt sucht das Sozialamt nach einer Lösung.
Ihren Hund würde Karin niemals aufgeben, jetzt sucht das Sozialamt nach einer Lösung.

In ein Übergangswohnheim der Stadt will sie nicht. Das Halten von Tieren ist in diesen städtischen Einrichtungen grundsätzlich verboten.

„Doch ich würde Salvador nie weggeben. Er gibt mein Halt“, sagt Karin Berger, die einst als Lebensberaterin und Tiertherapeutin selbstständig gearbeitet hat.

Wer kann helfen? Das Sozialamt ist eingeschaltet. „Es wird eine Lösung gesucht“, sagt Stadtsprecher Karl Schuricht, ohne Versprechungen zu machen.

Erst im März 2015 sollen im Wohnheim am Emerich-Ambros-Ufer zwei Wohnplätze für obdachlose Hundehalter entstehen.

Wie die Geschichte weiter ging? Lesen Sie hier!

Fotos: Steffen Füssel