Sachsens erste "Bergfrau" erobert den Schacht

Schneeberg - Frauenpower im Schacht! Melina Schneider (18) zeigt den Männern der Bergsicherung Schneeberg, wo's langgeht.

Die Schneebergerin ist die erste und einzige Bergfrau in Sachsen. In der Männerdomäne hat sie ihren Platz gefunden und wird respektiert.
Die Schneebergerin ist die erste und einzige Bergfrau in Sachsen. In der Männerdomäne hat sie ihren Platz gefunden und wird respektiert.  © Georg Ulrich Dostmann

Umringt von Bergmännern ist sie Sachsens einzige Bergfrau. Die taffe Auszubildende hat damit überhaupt kein Problem, im Gegenteil: Melina Schneider kann sich vorstellen, für immer im Stollen zu arbeiten.

An Selbstvertrauen mangelt es der jungen Powerfrau nicht. Schon mit 15 Jahren meldete sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr im Heimatort Neustädtel bei Schneeberg an. "Ich habe schon immer gern angepackt", sagt sie.

Da es mit der Berufsfeuerwehr nicht so ganz klappen und sie bei ihrer Familie bleiben wollte, ging es zur Bergsicherung Sachsen in Schneeberg. "Meine beste Freundin hat mir den Vogel gezeigt, als ich davon erzählte." Doch langweilige Bürojobs sind eben nicht ihr Ding.

Seit August macht sie ihre Ausbildung im Bergbau und fühlt sich pudelwohl.

In ih­rer Frei­zeit zeich­net die jun­ge Aus­zu­bil­den­de gern. Au­ßer­dem ist sie im Ke­gel­ver­ein an­ge­mel­det.
In ih­rer Frei­zeit zeich­net die jun­ge Aus­zu­bil­den­de gern. Au­ßer­dem ist sie im Ke­gel­ver­ein an­ge­mel­det.  © Uwe Meinhold

"Hin und wieder gibt von den Männern Sprüche, doch die sind lieb gemeint. Ich, als einzige Frau im Schacht: Das ist eben für viele Männer befremdlich. Ich kenn's nicht anders."

Die Arbeiten bei der Bergsicherung Schneeberg sind nicht ohne. Muskelkraft ist gefragt: Im Stollen befüllt sie unter anderem Kübel mit Steinen und Schutt und schiebt diese auf Gleisen aus dem Stollen - bis zu 30 Mal am Tag.

"Abends spüre ich, was ich gemacht habe." Durch den Feuerwehrjob sei sie solch körperliche Arbeiten allerdings gewohnt. Sie kann sich sogar vorstellen, bis zur Rente im Stollen zu arbeiten.

Über Tage ist Melina Schneider eine ganz normale Frau. Sie zeichnet gern, pflegt Freundschaften. Ein für Frauen etwas ungewöhnliches Hobby hat sie aber doch: "Ich kegle aktiv im Verein, bin sogar Kreismeister."

Melina Schneider (18) bei der Arbeit: In 22 Meter Tiefe befüllt sie Kübel und schiebt diese auf Gleisen durch den Stollen.
Melina Schneider (18) bei der Arbeit: In 22 Meter Tiefe befüllt sie Kübel und schiebt diese auf Gleisen durch den Stollen.  © Georg Ulrich Dostmann/ERZ-Foto

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