Auschwitz-Gedenkstätte empört: Amazon-Serie mit Al Pacino verfälscht Geschichte

Polen - Die Serie "Hunters" ist seit Freitag bei Amazon Prime zu sehen. Darin spielt Hollywoodstar Al Pacino (79) einen Nazijäger im New York der 1970er Jahre. Eine Szene mit lebendigen "Schachfiguren" im KZ Auschwitz sorgt für Empörung.

Al Pacino (79) spielt die Hauptrolle in der neuen Amazon-Serie "Hunters".
Al Pacino (79) spielt die Hauptrolle in der neuen Amazon-Serie "Hunters".  © Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Die Auschwitz-Gedenkstätte in Polen hat den Amazon-Zehnteiler auf Twitter scharf kritisiert. Grund: eine historisch nicht belegte Todesschach-Szene.

In einer Rückblende wird eine brutale Schachpartie gezeigt, die im Vernichtungslager Ausschwitz spielen soll. Darin zwingen SS-Offiziere jüdische Gefangene zum Schach mit Menschen. Fällt eine Figur, wird ihr der Hals aufgeschlitzt.

Die Auschwitz-Gedenkstätte zeigt sich nun entsetzt über die historische Ungenauigkeit: "Auschwitz war voller schrecklicher Schmerzen und Leiden, die in den Berichten der Überlebenden dokumentiert sind", heißt es in der Kritik.

Eine gefälschte Schachszene zu erfinden sei "nicht nur gefährliche Dummheit und Karikatur. Es lädt auch zukünftige Leugner ein", so die Mitarbeiter der Gedenkstätte.

"Wir ehren die Opfer, indem wir die sachliche Richtigkeit wahren.“

Serienschöpfer David Weil bezog gegenüber "Variety" Stellung zu den Vorwürfen: Er habe vor Jahren Auschwitz besucht, seine Großmutter sei dort Gefangene gewesen.

"Ich glaube, dass ich als Enkel von Holocaust-Überlebenden die Verantwortung habe ihre Geschichten am Leben zu erhalten." Die Serie "Hunters" sei zwar von wahren Ereignissen inspiriert. "Aber es ist keine Dokumentation", stellt Weil klar.

Auch wenn es sich bein der Schachpartie um Fiktion handle, seien Sadismus und Folter unter den Nazis weit verbreitet gewesen - und es habe auch derart "grausame Spiele" gegeben.

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