Ausgebrochener Zirkus-Elefant tötet Spaziergänger

Die Elefantenkuh "Benjamin" vom Zirkus Luna.
Die Elefantenkuh "Benjamin" vom Zirkus Luna.

Buchen - Arglos geht ein 65 Jahre alter Mann morgens in Buchen, einer Stadt im Odenwald (Baden-Württemberg) spazieren. Er sammelt wie jeden früh ab 5 Uhr Pfandflaschen und -Dosen.

Plötzlich taucht ein Afrikanischer Elefant auf und fällt den Mann an. Er hat keine Chance und ist sofort tot.

Die 34 Jahre alte Elefantenkuh "Benjamin" war zuvor aus ihrem Zelt abgehauen. Wie ihr das gelang, ist noch nicht klar. Nur 100 Meter vom Fundort der Leiche entfernt gastiert der Zirkus "Luna".

Wie das Tier ausbrechen konnte, wird jetzt ermittelt.

Die Polizei schloss zunächst Fremdverschulden nicht aus. Ersten Ermittlungen zufolge war das Zelt, in dem das Tier untergebracht war, unbeschädigt.

"Der Elefant kann sich nicht selber rauslassen. Also bleibt: Wurde er rausgelassen oder war er nicht richtig eingesperrt?", sagte ein Polizeisprecher.

Fraglich bleibe auch, warum das Tier in Rage geriet. Nach dem Unglück hatte ein Zirkus-Mitarbeiter das Tier beruhigt und zurück ins Zirkuszelt gebracht. Der Angriff war von einem Anwohner beobachtet und der Polizei gemeldet worden.

Die Tierrechtsorganisation Peta bezeichnete den Vorfall als "absehbares Unglück", vor dem sie schon seit Jahren gewarnt habe. Benjamin habe bereits bei mehreren Unfällen Menschen schwer verletzt.

Peta hatte sich nach eigenen Angaben wegen der Gefährlichkeit des Tieres bereits an das Innenministerium, das Umweltministerium, die Regierungspräsidien und zahlreiche Veterinärbehörden in Baden-Württemberg gewandt - mit der Aufforderung, das Tier aus dem Zirkus zu nehmen.

Die Organisation kündigte nun an, Strafanzeigen wegen fahrlässiger Tötung gegen Behörden und Zirkusverantwortliche zu erstatten. "Elefanten und andere Wildtiere werden im Zirkus gequält und misshandelt – das macht sie zu tickenden Zeitbomben", erklärte Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland, in einer Mitteilung.

Peta fordert ein Verbot von Tieren im Zirkus. Die Unterbringung in kleinen Gehegen, die Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führten zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod, sagen Peta-Experten.

Mit diesem Video warnte PETA vor dem Elefant

Foto: Screenshot Youtube PETA


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