Ausländische Häftlinge werden immer brutaler

In der JVA Brackwede ist Gewalt fast schon alltäglich.
In der JVA Brackwede ist Gewalt fast schon alltäglich.  © DPA

Düsseldorf/Bielefeld - Gewalt in deutschen Justizvollzugsanstalten (JVA) ist schon seit längerer Zeit ein Thema (TAG24 berichtete). Auch in OWL ist der Hass der Insassen gegenüber den Vollzugsbeamten spürbar.

Am meisten Gewalt geht laut der Neuen Westfälischen von den Arabisch sprechenden Gefangenen aus. Vor allem Häftlinge aus Tunesien, Algerien und Marokko verhalten sich immer öfter respektlos.

Das bekommen insbesondere Frauen zu spüren. "Vor allem Männer, die es nicht gewohnt sind, dass ihnen Frauen Grenzen aufzeigen, reagieren aggressiv", erklärt Detlef Feige, Sprecher des Justizministeriums.

"Bei Ausbrüchen renitenter Häftlinge kommt es sogar vor, dass sie ihre Hafträume mit Essen oder Kot verschmutzen oder JVA-Beamte beim Aufschließen der Zelle Urin ins Gesicht schütten."

Auch in der JVA Bielefeld-Brackwede ist das keine Seltenheit. "Renitente Gefangene sind kein neues Phänomen, doch die aktuellen Verhaltensauffälligkeiten haben eine neue Qualität", sagt Leiter Uwe Nelle-Cornelsen.

Auch im Jugendstrafvollzug in Herford nimmt die Gewalt zu.
Auch im Jugendstrafvollzug in Herford nimmt die Gewalt zu.  © DPA

Besonders auffällig seien die überzogenen Reaktionen auf nichtige Dinge. "Weil der Wunsch eines Häftlings, sofort zu duschen, nicht unmittelbar umsetzbar war, hat er mit einem Stuhl eine Scheibe zerschlagen und die Kollegen mit einer Glasscherbe bedroht", nennt Nelle-Cornelsen als Beispiel.

Solche unangemessenen Wutausbrüche haben natürlich Konsequenzen. Der betroffene Häftling sitzt seitdem in einer besonders gesicherten Zelle.

Im Jugendstrafvollzug in der JVA Herford kann man ebenfalls ein Lied von aufsässigen Häftlingen singen. Auch hier sind es vor allem die Arabisch sprechenden Insassen.

"Die renitenten Gefangenen gehen davon aus, dass sie mit Überreaktionen ihre Interessen durchsetzen können, doch wir lassen uns nicht erpressen", sagt JVA-Leiter Heinz Herbert Droste.

Selbst Mitgefangene sind von den aufmüpfigen Häftlingen genervt. Denn auch sie bekommen die Konsequenzen zu spüren. Wird einer ausfallend, müssen die Beamten zugreifen.

"Je nach Einsatz tragen sie Schutzausrüstungen, um Verletzungen zu verhindern", erklärt Nelle-Cornelsen. Beim Zugriff wird der Alltag aller Gefangenen unterbrochen: Jeder muss in seine Zelle gehen.

Problematisch sind oft auch Sprachbarrieren (TAG24 berichtete). Nicht immer können Dolmetscher sofort in die JVA kommen. "Das führt oft zu Sprachproblemen, die den Alltag erheblich erschweren", sagt Oliver Burlage, Leiter der JVA Detmold.

Titelfoto: dpa, 123rf


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