Ausreiseverbot: Deutscher in der Türkei festgenommen

Berlin/Istanbul - In der Türkei ist erneut ein Deutscher vorübergehend festgenommen worden.

Verhaftungen von Deutschen hatten bereit 2017 zu einer Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. (Archivbild)
Verhaftungen von Deutschen hatten bereit 2017 zu einer Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. (Archivbild)  © DPA

Wie die "Süddeutsche Zeitung", der WDR und der NDR am Montag berichteten, wird dem 56-jährigen Adnan Sütc vorgeworfen, mit Posts auf Facebook eine Terrororganisation unterstützt zu haben.

Inzwischen sei der Mann, der in München lebe und zur Beerdigung seiner Mutter in die Türkei geflogen sei, wieder auf freiem Fuß. Er dürfe das Land aber nicht verlassen.

Sütcü soll in den Facebookposts, ein unabhängiges Kurdistan gefordert haben. Dies steht in der Türkei unter Strafe. Unklar ist, welche Terrororganisation er genau unterstützt haben soll. Im Vernehmungsprotokoll erklärt Sütcü, er könne sich nicht erinnern, ob er die Posts abgesetzt habe. Er würde Gewalt ablehnen und habe nichts mit einem unabhängigen Kurdistan zu tun.

Das Auswärtige Amt bestätigte am Montagnachmittag, dass der Fall bekannt sei. Die Botschaft in Ankara betreue den Mann konsularisch. Die Entscheidung des türkischen Gerichts über Sütüc wurde verschoben und wird erst im neuen Jahr fallen. Sütcü muss Silvester nun in der Türkei verbringen, statt wie geplant in München.

2017 hatte eine ganze Serie von Verhaftungen von deutschen Staatsbürgern eine schwere Krise zwischen Ankara und Berlin ausgelöst. Mit der Freilassung und Ausreise einiger prominenter Fälle hatten sich die Beziehungen von Ende 2017 an leicht entspannt.

Nach offiziellen Angaben sitzen aber noch immer fünf deutsche Staatsbürger "aus politischen Gründen" in Haft - einige in U-Haft, andere wurden jüngst zu Haftstrafen verurteilt.

Ein Münchner wurde in der Türkei verhaftet und darf das Land nicht verlassen. (Symbolbild)
Ein Münchner wurde in der Türkei verhaftet und darf das Land nicht verlassen. (Symbolbild)  © 123RF

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