Randale in Dortmund: "Abenteuerliche" Kritik der Fans am Polizei-Einsatz

Dortmund/Berlin - Das Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC ist von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Für die Fans ist klar: Die Polizei sorgte mit ihrem Handeln erst für die Eskalation.

Michael Preetz (51) kann die Kritik der Fans am Polizei-Einsatz bei der Randale in Dortmund nicht nachvollziehen.
Michael Preetz (51) kann die Kritik der Fans am Polizei-Einsatz bei der Randale in Dortmund nicht nachvollziehen.  © DPA

Hertha-Manager Michael Preetz sieht das anders. Er hat die Kritik der Fanhilfen scharf zurückgewiesen.

"Abenteuerlich, ich finde es abenteuerlich. Ich kann dazu nichts anderes sagen. Einen möglicherweise unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei mit Gewalt zu rechtfertigen, das muss mir mal einer erklären", sagte Preetz bei der Pressekonferenz zum DFB-Pokalspiel beim SV Darmstadt 98 am Dienstag (18.30 Uhr). "Wir machen uns intensiv Gedanken, wie wir damit umgehen."

In einer gemeinsamen Erklärung der Fanhilfen von Dortmund und Hertha war der Einsatz der Polizei als unverhältnismäßig kritisiert worden (TAG24 berichtete). Durch den Einsatz von Pfefferspray seien mehr Verletzungen hervorgerufen worden, "als im Westfalenstadion vermutlich jemals durch Pyrotechnik verursacht wurden", hieß es. Er habe für diese Stellungnahme "kein Verständnis", sagte Preetz. Insgesamt waren bei den Ausschreitungen am Samstag laut Polizei 45 Menschen verletzt worden.

Die Berliner erklärten erneut, alles zur vollständigen Aufklärung beitragen zu wollen. "Pyrotechnik und Gewalt haben in einem Fußballstadion nichts zu suchen", sagte der Manager grundsätzlich. "Es ist die Aufgabe der Vereine, aber auch aller Institutionen sich dort einzubringen und Antworten zu finden."

Hertha-Fans prügelten sich mit Polizisten in Dortmund.
Hertha-Fans prügelten sich mit Polizisten in Dortmund.

Insgesamt könne bei dieser Thematik nicht davon geredet werden, dass "man einer Lösung näher gekommen" sei, sagte der frühere Stürmer. "Es sind alle gefordert. Es kann nur ein Zusammenwirken sein von Vereinen, Politik und Polizei. Das wird uns noch ein bisschen beschäftigen."

Wenig überraschend: Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat nach den Ausschreitungen von Hertha-Fans in Dortmund Ermittlungen eingeleitet. Dies bestätigte am Montag der DFB in Frankfurt/Main. Sowohl Borussia Dortmund als auch Hertha BSC seien zu einer Stellungnahme aufgefordert worden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll bei einer DFB-Vorstandssitzung am 7. Dezember über das Thema Fan-Gewalt und Maßnahmen gesprochen werden. Auf dem Prüfstand steht nach der Randale möglicherweise auch die Aussetzung der Kollektivstrafe. Damit war der DFB den Fan-Organisationen entgegengekommen.

Zuvor hatte das Sportgericht bei massiven Ausschreitungen immer wieder Zuschauer-Teilausschlüsse, so genannte Geisterspiele und wie im Fall von Dynamo Dresden 2011 einen einjährigen Ausschluss aus dem DFB-Pokal verhängt.

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