Baby liegt im Sterben, eine skrupellose Frau will das ausnutzen

Australien - Was geht in manchen Menschen nur vor sich? Eine Frau soll eine verzweifelte Suche nach einem Smartphone bitter ausgenutzt haben, um an Geld zu kommen. Nun muss sie mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Jay und Dee Windross wurden betrogen.
Jay und Dee Windross wurden betrogen.  © Screenshot/Facebook/Dee Windross

Es ist der Fall des australischen Paares Jay und Dee Windross. Im April dieses Jahres vergaß Dee ihr Handy auf einer Kunden-Toilette eines Einkaufszentrums. Wäre das nicht schon schlimm genug, war der Verlust des Smartphones für die Familie, umso tragischer, da dort Fotos ihrer im Sterben liegenden elf Monate alten Tochter drauf waren. Seit ihrer Geburt kämpfte die kleine Amiyah um ihr Leben. Eine genaue Diagnose, was dem Baby fehlte, konnten die Ärzte damals nicht geben.

Jay startete einen Hilferuf auf Facebook, um die Fotos bzw. das Handy wieder zubekommen (TAG24 berichtete). "Was auf diesem Telefon drauf ist, ist mehr wert als alles andere in unserem Leben", schrieb er damals.

Das Posting hatte auch Siti Nurhidayah Kamal aus Malaysia gesehen. Die 24-Jährige wollte aus der verzweifelten Situation Profit schlagen und schrieb der Familie, dass sie das Telefon habe, berichtet "News.com.au". Jay und Dee glaubten der Frau zunächst auch und tauschten sich mit ihr aus.

Die kleine Amiyah starb im Alter von 11 Monaten.
Die kleine Amiyah starb im Alter von 11 Monaten.  © Screenshot/Facebook/Jay Windross

Doch die skrupellose Frau wollte plötzlich Geld von der Familie. 1000 Australische Dollar, umgerechnet rund 620 Euro, sollten Jay und Dee zahlen, um das Telefon zurückzubekommen. Da wurde ihnen klar, dass sie von der Frau hintergangen wurden.

Dee schrieb damals auf Facebook: "Es war nicht nur eine komplette Zeitverschwendung, es hat auch die letzten Momente mit meiner sterbenden Tochter gestört." Denn nur wenige Tage später starb die Kleine (TAG24 berichtete). "Amiyahs letzte Stunden waren friedlich und ruhig, kuschelnd in Mamas und Papas Armen - genau das, was sie geliebt hat", schrieb ihr Vater auf Facebook.

Siti Nurhidayah Kamal wurde nach dem Betrug verhaftet. Sie bekannte sich jetzt vor einem australischen Gericht als schuldig.

Und es soll nicht ihr erster Betrugsfall gewesen sein. In ihrer Heimat Malaysia soll sie mehrere Leute wegen Flugtickets betrogen haben. So soll sich die 24-Jährige als AirAsia-Mitarbeiterin ausgegeben haben und so Geld abgezockt haben.

Nun wartet die 24-Jährige wegen des Telefon-Betrugs auf ihr Urteil.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/Dee Windross


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