24-Jähriger wird Visum verwehrt: Der Grund macht sprachlos

Australien/England - Ashleigh Callaway leidet am Down-Syndrom. Ein Gen-Defekt, mit dem die australische Behörde offenbar ein Problem hat. Denn der 24-Jährigen wurde die Einreise genau aus diesem Grund verweigert.

Ashleigh Callaway leidet seit Geburt am Down-Syndrom.
Ashleigh Callaway leidet seit Geburt am Down-Syndrom.  © Screenshot/change.org

Die 24-Jährige beantragte ein vier wöchiges Urlaubsvisum, um ihren Vater und andere Verwandte in dem Land zu besuchen. Sie selbst wohnt im britischen Sittingbourne, im Südosten von England.

Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit dem Visum, doch letztendlich konnte sie immer nach Australien einreisen - bis jetzt! Denn auf einmal soll sich die 24-Jährige plötzlich einer medizinischen Untersuchung unterziehen.

Ihre Mutter Karen Tweedie kann es nicht fassen. Sie erzählt dem "Mirror": "Man kann nicht glauben, dass das im 21. Jahrhundert immer noch passiert." Damit spielt sie darauf an, dass ihre Tochter wegen ihrer Behinderung ausgegrenzt werden würde. Denn laut Karen geht es ihrer Tochter gut, eine Untersuchung sei nicht notwendig.

Außerdem habe sie eine Krankenversicherung, falls tatsächlich etwas in Australien passieren sollte.

Ashleighs Vater lebt in Australien.
Ashleighs Vater lebt in Australien.  © 123RF

Ihr Vater Darren startete mittlerweile eine Petition online. Darin macht er auf die Situation aufmerksam und schreibt: "Sie ist eine gute Reisende, die noch nie länger als die Gültigkeit ihres Visums da war oder abgelehnt wurde. Aus dem einfachen Grund, dass sie Down-Syndrom hat, wird sie nun zur Schusslinie."

Auch er möchte seine Tochter nicht einer unnötigen Untersuchung unterziehen lassen. "Was das beweist, ist unklar", schreibt er weiter. "Das ist schockierend, gemein und diskriminierend."

Insgesamt wurde die Petition online über 1600 Mal unterzeichnet. Und mittlerweile hat sich auch die australische Behörde zu dem Fall geäußert. Ihr Visum wurde nun "ohne Begründung und Entschuldigung" einfach bewilligt, wie Ashleighs Mutter erzählt. Ginge es nach ihr, sollten sich die Verantwortlichen erklären, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte.

Ein Sprecher der Gemeinschaft für Down-Syndrom-Patienten, Carol Boys erklärt: "Menschen mit Down-Syndrom sollten dieselben Möglichkeiten wie jeder andere auch haben, in jedem Bereich des Lebens, auch beim internationalen Reisen."

Bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft keine Probleme mehr geben wird.

Titelfoto: Screenshot/change.org


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