Diese Familie will keine Steuern zahlen! Der Grund ist absurd

Australien - In Australien weigert sich eine christliche Familie seit Jahren, ihre Einkommenssteuer ans Finanzamt zu bezahlen. Ihre Begründung: Das sei "gegen Gottes Willen"! Sie reagierten weder auf die Forderung, ihre Steuererklärung einzureichen, noch auf Mahnbescheide.

Rembertus Beerepoot (li.), seine Schwester Fanny (re.) verlassen das Gericht gemeinsam mit ihrer Mutter Linda.
Rembertus Beerepoot (li.), seine Schwester Fanny (re.) verlassen das Gericht gemeinsam mit ihrer Mutter Linda.  © Screenshot Twitter/ABC News

Doch scheinbar weiß Gott nichts davon oder es ist eben doch sein Wille, denn am 17. Juli begann der Prozess gegen die beschuldigten Familienmitglieder.

Auf der Anglagebank saßen Fanny Alida Beerepoot und Rembertus Cornelis Beerepoo, zwei Geschwister und Missionare. Allein für das Jahr 2017 schulden sie dem Fiskus 930.000 Australische Dollar (rund 58.000 Euro), berichtet "ABC News".

Bis 2011 zahlten sie auch regelmäßig ihre Steuern. Doch dann begannen sie, ihren Glauben zu vertiefen und kamen zu dem Schluss, dass eine "Spende" in Form einer Steuer an den Staat nicht in Gottes Sinne sei. Deshalb entschieden sie, gegen das Gesetz zu verstoßen, argumentierten die beiden Missionare.

Und weil die religiösen Gebote mehr wiegen als weltliche Gesetze, sei ihr Handeln auch richtig. Sie fürchteten sogar, von Gott bestraft zu werden und keine Erlösung zu erlangen, wenn sie sich nicht an seine Regeln halten.

Ein paar schlagkräftige Argumente hatten sie vorsichtshalber auch gleich noch parat: So seien in Australien bereits die ersten Konsequenzen der Abkehr von Gott deutlich zu erkennen, und zwar in Form von anhaltender "Dürre und Unfruchtbarkeit". Sie seien die Rache des Allmächtigen an der Gottlosigkeit der Menschen.

Am Ende halfen die Gebete nichts

Das Gericht hatte also zwei harte Nüsse zu knacken. Doch am Ende reichten alle Gebete nichts: Die Geschwister wurden zur Zahlung von 2,3 Millionen Australischen Dollar (rund 1,42 Millionen Euro) verurteilt. Ein Teil ihres Eigentums wurde bereits beschlagnahmt, weil sie die Summe nicht bezahlen können.

Der Richter sagte auch, er glaube dem Mann und der Frau, dass ihr Handeln tatsächlich aus einem tief religiösen Grund geschah und nicht ein dreister Versuch war, die Steuern zu sparen. Doch das schütze sie nicht vor der Strafe.

Nebenbei merkte der Richter noch an, dass es nirgendwo in der Bibel eine Erwähnung gibt, keine Steuern zu zahlen, und schloss mit den Worten: "Meiner Meinung nach unterscheidet das Heilige Buch sehr klar die göttlichen Angelegenheiten von den weltlichen".

Titelfoto: Screenshot Twitter/ABC News


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