Australien: Haben die Buschbrände schon ganze Tierarten ausgerottet?

Australien - 500 Millionen: Mit dieser Zahl sorgen australische Wissenschaftler für Aufregung. Denn so viele Tiere sollen den australischen Buschfeuern bereits zum Opfer gefallen sein. Darüber hinaus wird befürchtet, dass die Brände sogar schon ganze Tierarten ausgerottet haben könnten.

Steve Shipton erschießt ein verletztes Kalb seiner Herde, das durch ein Buschfeuer in Coolagolite im Bundesstaat New South Wales zum Teil bereits verendet ist.
Steve Shipton erschießt ein verletztes Kalb seiner Herde, das durch ein Buschfeuer in Coolagolite im Bundesstaat New South Wales zum Teil bereits verendet ist.  © Sean Davey/AAP/dpa

Wie Metro unter Bezugnahme auf Ökologen der University of Sydney berichtet, sind wohl schon mindestens 480 Millionen Säugetiere, Vögel und Reptilien den Flammen zum Opfer gefallen.

In den letzten Tagen haben verheerende Brände allein die Bundesstaaten Victoria und New South Wales heimgesucht, mehrere Menschen wurden getötet oder gelten als vermisst. Trotz der Umwelt-Katastrophe feierte das Land ein pompöses Neujahrsfest.

Unzählige Häuser entlang der australischen Ostküste wurden dem Erdboden gleichgemacht. Deren Bewohner waren gezwungen, an dem einzigen sicheren Ort Schutz zu suchen, der ihnen noch zur Verfügung steht: dem Ozean. Viele Urlauber haben bereits das Land verlassen.

Den Tieren steht diese Fluchtmöglichkeit nicht zur Verfügung: Schockierende Bilder zeigen, wie Kängurus und Koala-Bären vergeblich versuchen, der ungeheuren Flammenwand zu entkommen. Zeugen berichten, sie hätten Kakadus tot von Bäumen fallen sehen.

Bauern mussten panisch ihr Land verlassen, ohne ihren Viehbestand in Sicherheit bringen zu können. "Es gibt jetzt ein so großes Gebiet, das immer noch in Flammen steht und brennt, dass wir die vielen Leichen wahrscheinlich nie finden werden", sagte Mark Graham, ein Ökologe des Nature Conservation Council, dem australischen Parlament.

Die Tierrettungshelferin Tracy Burgess bestätigte diese Einschätzung und meinte, in ihrem Hilfe-Zentrum seien weniger Tiere als erwartet zur Behandlung eingetroffen. Sie bezeichnete die Situation als "hochgradig beunruhigend". Sie und weitere Forscher gehen außerdem davon aus, dass durch die Buschbrände bereits mehrere Tierarten ausgestorben sein könnten.

Die Regierung des Landes hofft auf ein baldiges Abklingen der Brände - erst dann könne die endgültige Zahl der Tieropfer beziffert werden. Laut aktueller Wetterprognose dürfte sich die Brandgefahr allerdings noch erhöhen, denn es wird eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 46 Grad Celsius erwartet.

Boote werden an Land gezogen, während im Hintergrund Rauchwolken über dem Ufer hinter dem Canjola See aufsteigen.
Boote werden an Land gezogen, während im Hintergrund Rauchwolken über dem Ufer hinter dem Canjola See aufsteigen.  © Robert Oerlemans/Robert Oerlemans/AP/dpa

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