Auto in Papier eingepackt: Dahinter steckt ein ernstes Thema

Bremen - Ein Auto steht in Bremen umwickelt mit braunem Papier - als Geschenk "verkleidet". Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund.

Aktivisten haben ein Auto komplett in braunes Papier eingepackt.
Aktivisten haben ein Auto komplett in braunes Papier eingepackt.  © dpa/Carmen Jaspersen

Aus Protest gegen Falschparker haben Aktivisten am Freitag in Bremen ein Auto vollständig in Packpapier eingewickelt.

"Das eine Auto steht symbolisch für die Situation in diesem Viertel", sagte Philipp Bruck von der Bürgerinitiative "Platz Da!".

Mit Blick auf die Reihe von Fahrzeugen, die halb auf dem Gehweg stand, sagte er: "Alle Autos müssten eigentlich bei der Polizei angezeigt und abgeschleppt werden."

Die Initiative will darauf aufmerksam machen, wie viele Menschen ihre Fahrzeuge unerlaubt etwa auf Geh- und Radwegen parken.

Mitunter versperren sie auch der Müllabfuhr den Weg, im schlimmsten Fall behindern sie einen Rettungswagen.

Die Parksituation ist nicht nur in Bremen ein Problem. Auch im Nachbarbundesland Niedersachsen fallen Falschparker vielerorts negativ auf, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kommt sich in vielen Innenstädten zuweilen wie auf einem Hindernisparcours vor.

Mit dem eingepackten Auto wollen die Aktivisten auf Falschparker aufmerksam machen.
Mit dem eingepackten Auto wollen die Aktivisten auf Falschparker aufmerksam machen.  © dpa/Carmen Jaspersen

Dass Falschparker Fuß- und Radwege blockieren, sei in vielen Fällen nicht nur lästig, sagte Wolfgang Köhler-Naumann von der Initiative "Platz Da!" in Bremen.

Mit Kinderwagen oder Rollstuhl sei oft kein Durchkommen mehr, für Kinder werde das Überqueren von Straßen zum Risiko.

"Das soll ein freundlicher Hinweis sein", sagte Köhler-Naumann mit Verweis auf die Einpack-Aktion. Doch dabei will es die Initiative nicht belassen: Im vergangenen November hat sie einen Bürgerantrag auf den Weg gebracht, den bereits mehr als 1000 Menschen unterschrieben haben.

"Es geht darum, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer in der Stadt zu schaffen", erläutert Köhler-Naumann.

Sollten 4000 gültige Unterschriften von Einwohnern ab 16 Jahren zusammengekommen, muss sich die Bremer Stadtbürgerschaft mit dem Thema beschäftigen. Die Initiative will den Antrag voraussichtlich im Spätsommer der neuen Landesregierung übergeben.

Nach Ansicht der Bremer Bürgerinitiative unternimmt die Politik bisher zu wenig gegen Falschparker. 2014 hatte die Bürgerschaft einen Verkehrsentwicklungsplan verabschiedet, in dem es heißt: "Bremen setzt ein Programm um, bei dem das illegale Parken von Autos erschwert wird und die Fuß- und Rettungswege freigehalten werden."

Die Politik habe das Problem zwar erkannt, Maßnahmen ließen aber auf sich warten, sagte Köhler-Naumann. Mit dem Bürgerantrag will die Initiative diese nun zum Handeln bringen.

Konkret fordert sie: mehr Falschparker abschleppen, mehr Personal für Kontrollen und mehr Investitionen in den Fuß- und Radverkehr.

Titelfoto: dpa/Carmen Jaspersen


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