Autoklau im Depot des Staatsanwalts: Warum verknackt niemand die Einbrecher?

 Lars M. (34) muss sich derzeit vor dem Amtsgericht Bautzen verantworten.
Lars M. (34) muss sich derzeit vor dem Amtsgericht Bautzen verantworten.  © xcitepress/Christian Essler

Dresden/Bautzen - Der Fall ist mega-peinlich für die Justiz: Ausgerechnet ins Geheim-Depot der Staatsanwaltschaft brachen Ganoven ein. Schlimmer noch: Die mutmaßlichen Täter sind immer noch nicht verurteilt. Erst jüngst scheiterte ein Prozess dazu.

Es war schon ein dicker Hund: In der unscheinbaren, aber großen Asservatenhalle, gut versteckt nahe der Königsbrücker Heide, lagert die Staatsanwaltschaft zahlreiche beschlagnahmte Fahrzeuge.

Autos von Kriminellen, die bevorzugt Luxuskarossen fahren. Ausgerechnet dort traten im September 2014 Ganoven die Tür ein und machten sich ans Werk. Wenn auch reichlich glücklos.

Laut Anklage versuchte ein mutmaßliches Duo, zehn Autos zu starten. Vom Phaeton bis zum Volvo. Es gelang ihnen immerhin, einen BMW 320 anzuwerfen, damit vom Hof zu rumpeln. Der Wagen wurde später in Dresden entdeckt und auf Spuren untersucht.

Dann erhob der Staatsanwalt Anklage gegen Lars M. (34) und Ludwig A. als die mutmaßlichen Täter. Doch zum Prozess jüngst am Amtsgericht Bautzen erschien nur Lars. Ludwig ist derzeit unauffindbar.

Aber auch Lars wurde (vorerst) nicht verurteilt. Zwar waren seine Fingerabdrücke an Scheinwerfer und Kofferraum des BMW. Aber der Kfz-Mechaniker erklärte: „Ich sollte den Scheinwerfer doch reparieren. Natürlich finden sich da meine Fingerabdrücke.“

Nun soll nachermittelt werden, wurde der Prozess ausgesetzt. Neuer Termin und vielleicht ein Urteil - irgendwann.

Er soll gemeinsam mit einem Komplizen in die Asservatenhalle der Staatsanwaltschaft eingebrochen sein.
Er soll gemeinsam mit einem Komplizen in die Asservatenhalle der Staatsanwaltschaft eingebrochen sein.  © Christian Suhrbier

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