Wenig Wasser im Rhein: Jetzt bleiben Tankstellen trocken!

Düsseldorf - Wegen des niedrigen Pegels im Rhein haben Autofahrer an einigen Tankstellen in NRW zeitweise keinen Sprit mehr bekommen.

Der Rhein bei Köln führt Niedrigwasser.
Der Rhein bei Köln führt Niedrigwasser.  © DPA

Weil die Versorgungsschiffe auf dem Fluss nicht so schwer beladen werden konnten wie üblich und damit zu wenig Kraftstoff für die später eingesetzten Tanklaster bereitstand, sei es am Dienstag und Mittwoch zu Lieferengpässen an schätzungsweise einem halben Dutzend Tankstellen gekommen.

Dies sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes am Donnerstag auf Anfrage.

Die Stationen seien für einige Stunden "nicht lieferfähig" gewesen. In den kommenden Tagen drohen nach Verbandseinschätzung weitere Lieferengpässe.

Bei anhaltender Trockenheit ist also nicht auszuschließen, dass Autofahrer an mancher Zapfsäule keinen Sprit bekommen und zu einer anderen Tankstelle fahren müssen.

Es dürften aber nur wenige Stationen sein, die womöglich temporär betroffen sein könnten.

Die Mineralölbranche setzt nun mehr Schiffe ein und versucht zudem, die Ladungen teilweise vom Fluss auf die Schiene zu verlegen. "Wir bemühen uns um Alternativen", sagte der Sprecher.

"Aber die Kapazitäten bei Zügen sind auch begrenzt." Der Rhein führt aufgrund der anhaltenden Trockenheit aktuell an einzelnen Stellen so wenig Wasser wie noch nie gemessen.

Rhein führt immer weniger Wasser

Der Rhein führt immer weniger Wasser. Im Laufe der Woche werden die Wasserstände zwischen Bonn und Emmerich überall Rekordtiefstwerte erreicht haben, stellte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein am Donnerstag fest.

"Die Pegel des Rheins in Nordrhein-Westfalen sind oder werden in der laufenden Woche unter die bisher niedrigsten gemessenen Pegelstände fallen", sagte der Hydrologe des Amtes, Jan Böhme.

In Emmerich erreichte der Pegelstand demnach am Donnerstag einen neuen Rekordtiefstwert von 19 Zentimetern.

Der Pegelstand dort werde in den nächsten zwei bis vier Tagen nach Berechnungen um weitere zehn Zentimeter fallen, sagte Böhme. Die Fahrrinnentiefe des Rheins betrug in Emmerich am Donnerstag 2,15 Meter.

Einige Tankstellen können nicht mehr wie üblich per Schiff versorgt werden.
Einige Tankstellen können nicht mehr wie üblich per Schiff versorgt werden.  © DPA