Achtung! Dieser A 4-Tunnel wird zur Dauer-Baustelle

Görlitz - Der Tunnel Königshainer Berge an der A 4 nahe Görlitz wird immer wieder zum Nadelöhr. Nun soll er ab 2022 umfassend modernisiert werden - Behinderungen bis 2024 inklusive!

Der Tunnel Königshainer Berge zählt zu den längsten Straßentunneln bundesweit. Die Sanierung wird zum Mammut-Projekt.
Der Tunnel Königshainer Berge zählt zu den längsten Straßentunneln bundesweit. Die Sanierung wird zum Mammut-Projekt.  © Andre Schulze

Schon jetzt hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Bewohner der umliegenden Gemeinden über das Mammut-Projekt informiert. Beide Tunnelröhren sollen nacheinander saniert werden.

Die durch Dauerstau geplagten Anwohner der Umleitungsstrecken - etwa bei Wartungsarbeiten - sollen aber diesmal entlastet werden: Der Verkehr soll mit Tempo 60 erstmals in beiden Richtungen durch die jeweils freie Röhre fließen.

"Dies birgt jedoch ernste Sicherheitsrisiken", so das Landesamt. Daher müssen die Röhren eigens für Gegenverkehr präpariert werden - für allein fünf Mio. Euro. Die Umrüstung dauert sechs Monate. Allerdings wird es auch Vollsperrungen und damit Umleitungsverkehr geben.

Der 1999 fertiggestellte, 3,3 Kilometer lange Tunnel soll auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Gesamtkosten: 37 Mio. Euro. Dazu gehören etwa 40 Notrufkabinen - dafür muss die Tunnelwand aufgeschnitten werden. Um- und nachgerüstet werden auch Brandmelde- und Videoanlage, BOS-Funk, Leittechnik und Brandnotbeleuchtung.

Warum aber muss der Tunnel schon wieder saniert werden? "Bei der technischen Ausstattung von Verkehrsanlagen muss man von einem Systemwechsel aller 15 bis 20 Jahre ausgehen. Korrosion, Verschleiß, Ende der Ersatzteilverfügbarkeit und Kündigung von Service- und Updateverträgen sind wesentliche Gründe dafür.

Die Entwicklung gilt für alle Tunnel im Freistaat Sachsen gleichermaßen", so eine Sprecherin des Landesamtes.

Doris Drescher (55), Chefin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.
Doris Drescher (55), Chefin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.  © Steffen Füssel
Ist der Tunnel dicht, sehen die Umleitungsstrecken so aus wie hier auf der B 115. bei Kodersdorf.
Ist der Tunnel dicht, sehen die Umleitungsstrecken so aus wie hier auf der B 115. bei Kodersdorf.  © Steffen Füssel

Vorerst keine Elektrifizierung nach Görlitz: Hängt die Bahn die Lausitz ab?

Der Bahnhof in Görlitz.
Der Bahnhof in Görlitz.  © Imago

Dresden - Ostsachsen ist empört: Die Bahnstrecke von Dresden nach Görlitz bleibt im Bundesverkehrswegeplan außen vor.

Auch für die Strecke Cottbus - Görlitz sieht das Bundesverkehrsministerium keinen "vordringlichen Bedarf". Das stößt einigen sächsischen Politikern sauer auf.

"Mit der ausgebliebenen Hochstufung bleibt Ostsachsen weiter auf dem Abstellgleis", sagte Katja Meier (39), verkehrspolitische Sprecherin der Grünen.

FDP-Generalsekretär Torsten Herbst (45): "Leider wird die Elektrifizierung der Strecke Dresden - Görlitz durch die Bundesregierung weiter vernachlässigt. Und das obwohl sich Deutschland bereits in einem Staatsvertrag mit Polen schon vor Jahren dazu verpflichtet hatte."

Dresdens IHK-Chef Detlef Hamann hätte sich ein positives Zeichen für die Lausitz gewünscht. "Die Nichtberücksichtigung ist definitiv kein positives Signal."

Immerhin: Beide Strecken könnten von einem neuen Elektrifizierungsprogramm des Bundes profitieren, wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) nun bekannt gab. Wann das aber tatsächlich kommen soll, ist noch völlig offen.

FDP-Generalsekretär Torsten Herbst (45)
FDP-Generalsekretär Torsten Herbst (45)  © DPA

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