Christina ist das Zaun-Verbot wurst! Sie will weiter ihre Kunden an der A9 verköstigen

Schleiz - Seit mehreren Jahren schwelt der Streit um die "Zaunbratwurst" auf dem A9-Rastplatz Rodaborn nun schon, ein Ende ist für Raststätten-Besitzerin Christina Wagner aber nicht in Sicht.

Seit acht Jahren gibt es den kuriosen Verkauf durch und über den Zaun.
Seit acht Jahren gibt es den kuriosen Verkauf durch und über den Zaun.  © DPA

Gemeinsam mit ihrem Mann hatte Wagner die erste Autobahnraststätte Deutschland gekauft, die hatte aber schon lange keine Konzession mehr. Wagner wurde zudem zugesichert, dass es über den Parkplatz an der A9 einen Zugang zu der Raststätte gab - ein Trugschluss.

Autofahrer müssen einen langen Umweg über das Gewerbegebiet nehmen, um über die Straße zu der Bratwurst zu kommen, also begann Wagner, ihre Wurst durch den Zaun rund um den Rastplatz zu verkaufen.

Doch beim Verkauf am Zaun handele es sich um eine "erlaubnispflichtige Sondernutzung", entschied die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Gera am 3. Mai 2016. Und eine Konzession dafür hat Wagner nicht.

Eine Öffnung des Zauns - wie von ihr immer wieder auch aus Sicherheitsgründen angeregt - lehnte das Gericht ab, weil dies enorme Haftungsrisiken berge. Etwa wenn dadurch Tiere auf die Autobahn gelangen und Unfälle verursachen. Die Sondernutzung hat Wagner inzwischen beantragt, aber eine Abfuhr erhalten. Es werde am Standort Rodaborn kein Bedarf zur Versorgung gesehen, erklärt das Landesamt für Bau und Verkehr zur Begründung.

Wagner verkaufte weiter ihre Wurst, verlor 2018 aber den nächsten Rechtsstreit. Abhalten ließ sie sich trotzdem nicht, verkauft bis heute ihre Wurst über den zwei Meter hohen Zaun. Dabei wurden ihr mittlerweile aber allerhand Steine in den Weg gelegt.

Wie sie nun der Bild berichtete, wurden im vergangenen Oktober nicht nur Fußgängerverbotsschilder aufgestellt, sondern auch mannsgroße Sanddorn-Büsche vor den Zaun gepflanzt. Ihre verärgerten Kunden hätten mittlerweile bereits eine Schneise in die Büsche gehauen, um weiter an ihre Wurst zu kommen.

Der Behörde wird es aber nun langsam zu bunt, denn gegen Wagner wurde ein Zwangsgeld festgesetzt, bezahlt sie nicht, werden Vollstreckungsmaßnahmen ausgelöst. Auch wer das Gelände betritt, soll in Zukunft eine Ordnungswidrigkeit begehen.

Unterkriegen lassen will sich Wagner von den Drohungen nicht, auch nicht, davon, dass auf ihrer Seite des Zauns Büsche gepflanzt werden sollen. Sie wird das Geld nicht bezahlen, sondern dafür lieber weiter ihre Bratwurst über den Zaun reichen.

Christina Wagner 2017 in ihrer Raststätte.
Christina Wagner 2017 in ihrer Raststätte.  © DPA

Titelfoto: DPA

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