Der Ausbau der A4 ist geplatzt!

Martin Dulig (42, SPD).
Martin Dulig (42, SPD).

Von Juliane Morgenroth

Nossen/dresden - Hier ist Stau Alltag: Die A4 zwischen Nossen und Dresden-Nord gehört zu den am meisten befahrenen Autobahnabschnitten im Osten. Der von Verkehrsminister Martin Dulig (42, SPD) geforderte Ausbau ist aber nicht in Sicht. Die Grünen fordern jetzt die Freigabe des Standstreifens.

Nur auf der A100 in Berlin und am Autobahndreieck Potsdam ist in Ostdeutschland mehr los. „Mit durchschnittlich 85.000 bis 95.000 Fahrzeugen pro 24 Stunden ist es mehr als das Doppelte des sächsischen Durchschnitts“, sagt das Verkehrsministerium.

Dulig hatte daher den achtstreifigen Ausbau als vordringliche Maßnahme für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 angemeldet. Doch das Projekt wurde nicht berücksichtigt, hat in den kommenden 15 Jahren also keine Chance. Dabei nimmt der Verkehr zu.

Zwischen 2010 und 2014 wurden in diesem Bereich 3472 Unfälle gezählt, die meisten davon 2013 zwischen Nossen und Wilsdruff.

Stephan Kühn (36, Grüne).
Stephan Kühn (36, Grüne).

Die Grünen schlagen nun vor - so wie auf der A9 bei München - bei viel Verkehr die Standspur freizugeben, zudem technische Systeme zur Verkehrsbeeinflussung einzusetzen. „Damit kann die Kapazität um 25 Prozent gesteigert werden“, so der Dresdner Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn (36, Grüne).

Geht nicht, sagt das Ministerium: „Eine Seitenstreifennutzung kann nur im Vorgriff auf einen regelgerechten Ausbau von überlasteten Autobahnabschnitten in Betracht kommen.“

Voraussetzung: Aufnahme in den BVWP! Die Erweiterung der Verkehrsbeeinflussungsanlage habe der Bund auch abgelehnt. Stattdessen wird auf den Neubau der S177 verwiesen. Sie soll mal die A4 bei Pulsnitz mit der A17 in Pirna verbinden.

„Mit dem Netzschluss wird auch für die A4 nördlich von Dresden eine Entlastung eintreten, damit die Unfallhäufigkeit und -schwere auf der A4 sinken.“

Fotos: Steffen Füssel, Petra Hornig


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0