Feuerprobe bestanden! Ab heute zum Frühstück nach Prag

Ab Samstag geht es in anderthalb Stunden über die Autobahn A17/D8 von Dresden 
nach Prag.
Ab Samstag geht es in anderthalb Stunden über die Autobahn A17/D8 von Dresden nach Prag.  © dpa/Egbert Kamprath

Dresden/Prag - Die Feuerprobe ist bestanden: Das tschechische Verkehrsministerium gab knapp 40 Stunden vor dem Eröffnungstermin am Samstag der Autobahn A17/D8 von Dresden nach Prag grünes Licht.

Wie lange die Durchfahrt währt, ist indes unklar. Denn die Genehmigung wurde nur zur „vorzeitigen Nutzung“ erteilt. Im Klartext: Fertig ist die D8 noch nicht.

Um 10 Uhr wird das Band am Tunnel bei Radejcin, am letzten 12,5 Kilometer langen Sorgenstück des Pannen-Highways durchschnitten. Erwartet wird hoher Besuch: Von tschechischer Seite werden Staatspräsident Milos Zeman (72), Verkehrsminister Dan Tok (57) und Vizepremier Andrej Babis (62) erwartet.

Zudem stehen Sachsens Ministerpräsident Stanislav Tillich (57), Verkehrsminister Martin Dulig (42) sowie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (46) auf der Gästeliste.

Die Feuerwehr simulierte einen Unfall mit Verletzten 
und brennendem Auto.
Die Feuerwehr simulierte einen Unfall mit Verletzten und brennendem Auto.  © Feuerwehr Usti

Kostenloses Gulasch, Würstchen und Limonade sollen den Beigeschmack der noch immer bewegten Bau-Realität lindern helfen. Am Mittwoch wurden zwar die simulierten Flammen im neuen Tunnel bei einer Übung erfolgreich gelöscht und einen Tag darauf die Inbetriebnahme durch das tschechische Verkehrsministerium genehmigt.

Doch schwelen die Gefahren unter dem Asphalt weiter: Erst vor wenigen Tagen war eine offenbar seit Mai geheim gehaltene Analyse der Tschechischen Akademie der Wissenschaften bekannt geworden. Sie benennt als Ursache für den Erdrutsch von 2013 unter anderem klar das erhöhte Grundwasserniveau und eine schlechte Baukonstruktion an dem überlasteten Hang. Und nicht - wie Verkehrsminister Tok lange angab, die Arbeiten in einem nahen Steinbruch.

Folge: Das Risikogebiet wird jetzt dauerhaft überwacht. Jan Rydl von der Autobahndirektion (RSD) wiegelt ab: „In einem halben Jahr soll die Autobahn ganz fertig sein.“

Zudem handele es sich laut ihm nur um Restarbeiten, die den Verkehr nicht beeinträchtigen würden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (46, CSU)kommt zur 
Autobahneröffnung.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (46, CSU)kommt zur Autobahneröffnung.

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