140 Großbaustellen auf NRW-Autobahnen!

Düsseldorf/Gelsenkirchen/NRW - Sanierungsbedürftige Brücken, dreispuriger Ausbau und in die Jahre gekommene Strecken: An rund 140 laufenden Großbaustellen wird derzeit auf Nordrhein-Westfalens Autobahnen gearbeitet, teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW jetzt mit.

Wo gebaut wird, sorgen die Baustellen auf den NRW-Autobahnen häufig für Stau.
Wo gebaut wird, sorgen die Baustellen auf den NRW-Autobahnen häufig für Stau.  © DPA

Da immer häufiger "unter dem rollenden Rad" gebaut werde, gehe das nicht ohne Staus und Beeinträchtigungen.

Mit besserer Planung, Rund-um-die-Uhr-Einsätzen und Prämien für Terminunterschreitungen will Straßen.NRW Staus und Behinderungen klein halten. Ein Überblick.

MEHR BAUSTELLEN: Seit 2016 wird spürbar mehr gebaut auf Nordrhein-Westfalens Straßen - es wird auch mehr Geld investiert. So kletterte das Budget des Landesbetriebs 2018 erstmals auf 1,4 Milliarden Euro, 2019 soll wieder ähnlich viel Geld fließen.
Zum Vergleich: 2015 hatte Straßen.NRW etwas über 900 Millionen für den Straßenbau ausgegeben.

Die Mehrinvestitionen zeigen sich auch in der steigenden Zahl der Baustellen: Wurde 2015 noch an 247 Stellen länger als einen Tag gearbeitet, gab es in den vergangenen Jahren mehr als 330 längere Baumaßnahmen.

Dazu kommt eine zuletzt deutlich gestiegene Zahl kleinerer Instandhaltungsmaßnahmen, die an einem Tag abgewickelt werden. Knapp 21.500 solcher Tagesbaustellen gab es 2018.

WICHTIGE BAUPROJEKTE IM RHEINLAND: Die Megabaustelle bis 2024 ist der A 1-Ausbau bei Leverkusen und der Neubau der für den Schwerlastverkehr zur Zeit gesperrten Rheinbrücke. Anstehende Brückenbauarbeiten machen auch die Autobahnen rund um Bonn in den nächsten Jahren zum Nadelöhr Bei Wuppertal soll die Sanierung der A 46 voranschreiten.

WICHTIGE BAUPROJEKTE IM RUHRGEBIET UND SÜDWESTFALEN: Rund um Duisburg laufen demnächst mehrere Brückenbaustellen an. Auf der Sauerlandlinie A 45 werden in den kommenden Jahren fünf große Talbrücken erneuert.

Während der Ausbau des Ruhrschnellwegs A 40 inzwischen weitgehend abgeschlossen sei, rücke nun zunehmend der nördlich parallel verlaufende Emscherschnellweg A 43 in den Blick. Die Großbaustelle zum dreispurigen Ausbau der Strecke wandert in den nächsten Jahren immer weiter gen Süden.

1,4 Milliarden Euro für Baustellen

Insgesamt sollen dieses Jahr etwa 1,4 Milliarden Euro auf NRW-Autobahnen verbaut werden.
Insgesamt sollen dieses Jahr etwa 1,4 Milliarden Euro auf NRW-Autobahnen verbaut werden.  © DPA

DIE GROßEN HERAUSFORDERUNGEN: "Wir bauen immer mehr am offenen Herzen", sagt Christoph Dröge, Referatsleiter Bau bei Straßen.NRW. Sei es früher mehr um Neubau gegangen, stehe nun verstärkt die Sanierung und der Brückenneubau an.

Die Verkehrsbelastung im bevölkerungsreichsten Bundesland hat dabei über all die Jahre ebenfalls kontinuierlich zugenommen: Jeder Eingriff in den Straßenverkehr betrifft also immer mehr Menschen.

PLANUNG IST ALLES: Um den Stau auf den Autobahnen trotzdem möglichst gering zu halten, arbeiten seit Herbst acht Mitarbeiter in der Stabsstelle Baustellenkoordination. Dort fließen Daten über Baustellen im Land - auch in den Kommunen oder bei der Bahn - zusammen.

Mittels Simulationsrechnungen suchen die Experten nach dem besten Zeitpunkt und der besten Art und Weise für eine Baumaßnahme.

Ein Trend: "Wir versuchen mehrere Maßnahmen zu bündeln und während einer Vollsperrung gemeinsam abzuwickeln", sagt Jan Lohoff, Leiter der Stabsstelle Baustellenkoordination.

SCHNELLER BAUEN: Zuletzt sei es gelungen, Bauzeiten zu verkürzen, berichtet Direktorin Sauerwein-Braksiek. Ein Hebel: Bonuszahlungen für Firmen, die sich beeilen, Strafzahlungen für die anderen.

Außerdem werden große Baustellen an Engpässen durch Einsätze rund um die Uhr, sieben Tage die Woche abgewickelt. "Wir schaffen auch immer mehr an den vergleichsweise verkehrsarmen Wochenenden und in der Nacht", sagt Baustellenkoordinator Lohoff.

Seit 2016 wird spürbar mehr gebaut auf Nordrhein-Westfalens Straßen - es wird auch mehr Geld investiert. So kletterte das Budget des Landesbetriebs 2018 erstmals auf 1,4 Milliarden Euro, 2019 soll wieder ähnlich viel Geld fließen.

Titelfoto: DPA


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