Autofahrer schubst Polizisten in Klinik

Dresden - Es war eine Routine-Verkehrskontrolle. Aber danach war Polizeimeister Dirk U. (47) ein Jahr dienstunfähig, schiebt noch immer "nur" Innendienst.

Polizeihauptmeister Dirk U. (47) wurde bei einer Routine-Verkehrskontrolle verletzt.
Polizeihauptmeister Dirk U. (47) wurde bei einer Routine-Verkehrskontrolle verletzt.  © Peter Schulze

Mitsubishi-Fahrer Ronald K. (49) wehrte sich so heftig gegen die Kontrolle, dass dem Beamten das Knie demoliert wurde. Nun kassierte der Agrar-Techniker im Gericht in Pirna eine Strafe.

Im März 2018 prüfte Dirk U. mit seiner Kollegin in Langenhennersdorf abends Fahrzeuge. "Da kam ein SUV", so der Beamte.

"Der wendete plötzlich und fuhr davon, machte auch noch Licht aus." Die Polizisten im Golf hinterher. Sie fanden den Mitsubishi auf einer Wiese. "Ich rief: Polizei. Aussteigen", so der Hauptmeister.

Weil Ronald K. keine Anstalten machte, zog er ihn aus dem Auto, beide stürzten. "Dabei nahm ich auch Alkoholgeruch wahr."

Und weiter: "Er stand wieder auf, setzte sich in seinen Wagen und startete, obwohl ich gerade den Schlüssel abziehen wollte." Der SUV raste davon. Bei der Aktion verletzte sich Dirk U. das linke Knie, wurde zweimal operiert.

Ronald K. ließ über seine Anwältin wissen, dass er Angst hatte, weil der TÜV abgelaufen war. Was übrigens nur eine Ordnungswidrigkeit gewesen wäre. Er hätte maximal passiven Widerstand geleistet, habe sich nicht gewehrt.

Die Richterin sah das komplett anders. Sie verdonnerte den Angeklagten zu sieben Monaten Haft. Zwar wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, aber der Agrar-Techniker muss zusätzlich 1800 Euro zahlen und sechs Monate laufen.

Ronald K. (49) muss laut Urteil nun laufen, statt SUV zu fahren.
Ronald K. (49) muss laut Urteil nun laufen, statt SUV zu fahren.  © Peter Schulze

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